weather-image
25°
Serie zum Klimaschutz - Teil 1: Der Rintelner Sebastian Hube lebt vor, was jeder Einzelne im Haushalt tun kann

Der Energie-Sparfuchs und die bösen Stromfresserchen

Rinteln/Landkreis (cok). Es ist nicht schwer, mit Sebastian Hube in ein Gespräch über die Möglichkeiten des Energiesparens einzusteigen. "Was mich ärgert, ist, wenn es heißt: Die paar Sachen, die ich machen kann, ändern sowieso nichts", sagt er. "Wenn alle so denken, kann man die Welt nicht retten!"

veröffentlicht am 07.03.2007 um 00:00 Uhr

Energie-Sparfuchs Sebastian Hube achtet in seinem Haushalt darau

Natürlich lacht er dabei. Er ist kein Eiferer, der Erlösungsphilosophien verbreiten will, sondern ein ganz normaler Rintelner Elektrotechniker, der in seinem Haushalt zusammen mit Lebensgefährtin Alexandra Bothmann ohne viele Umstände darauf achtet, möglichst wenig Strom zu verbrauchen. "Und Strom muss gespart werden!", sagt er. "Es geht nicht anders, wenn eine Chance bestehen soll, dass die regenerative Stromerzeugung künftig für uns ausreichen kann." Oberstes Gebot ist es, darauf zu achten, nirgendwo in der Wohnung Stand-by-Strom zu verbrauchen. Natürlich schaltet er Fernseher, Stereoanlage und PC nach der Benutzung immer ganz aus, und da viele Elektrogeräte auch im Leerlauf noch Strom aufnehmen, trennt er sie mit Hilfe eines schaltbaren Mehrfachsteckers dabei vom Netz. Sogar die Waschmaschine zieht mit Stecker in der Steckdose etwa 10 Watt, wenn sie gar nicht in Betrieb ist, der Drucker am PC etwa 15 Watt, eine Mikrowelle etwa 14 Watt und auch viele Lampen mit Netzteil tragen zu einem erhöhten Stromverbrauch bei. Um genau zu wissen, wo wie viel gar nicht benötigter Strom fließt, benutzt Sebastian Hube ein Stromverbrauch-Messgerät, das ist ein Netzstecker mit Zähler, in den man die zu messenden Geräte einsteckt. "Es lässt mich nicht los, dass wir in unserer jetzigen Wohnung nicht 1500 Kilowattstunden pro Jahr verbrauchen wie vorher, sondern 500 Kilowattstunden mehr", meint er dazu. "Irgendwo muss doch die Ursache zu finden sein!" Dabei liegen Sebastian Hube und Alexandra Bothmann mit 2000 Kilowattstunden pro Jahr eh schon unter dem allgemeinen Durchschnitt, der für einen Zwei-Personen-Haushalt etwa 3000 Kilowattstunden beträgt. Kein Wunder: Radiowecker, die rund um die Uhr Strom benötigen, die gibt es in Hubes Haushalt überhaupt nicht. "So ein Wecker verbraucht zwar nur etwa 10 Watt, aber pro Jahr sind das immerhin 88 Kilowattstunden." Auch auf einen Wäschetrockner wird verzichtet und damit in diesem Fall auf den Verbrauch von etwa 250 weiteren Kilowattstunden. Was überhaupt Haushaltsgeräte wie Föhn, Staubsauger oder Kaffeemaschine betrifft, so achtet Sebastian Hube gleich beim Einkauf darauf, dass sie mit so wenig Strom wie möglich auskommen. Es macht einen großen Unterschied, ob ein Föhn 1800 Watt oder nur 1000 Watt verbraucht, ob ein Kühlschrank eine niedrige oder hohe Effizienzklasse aufweist. "Ach - und es gäbe noch so viel mehr Möglichkeiten", sagt er. Eigentlich sollte es in seiner Wohnung überall Energiesparlampen geben, die fünfmal weniger Strom fressen als normale Glühbirnen (aber nicht alle Leuchten haben dafür die richtige Fassung). Man könnte das stromfressende Funktelefon abschaffen und ein ganz normales analoges Telefon benutzen. An der Waschmaschine ließe sich ein Warmwasserhahn anbringen, so dass die Aufheizkosten vermindert würden. Und so weiter. Nicht Pfennigfuchserei ist es, die Sebastian Hube zum Energiesparen treibt, sondern das Bewusstsein, auch als Einzelner Verantwortung für das ökologische Ganze zu tragen.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare