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"Grest& Hanke GbR" fertigt Bikes in Leichtbauweise

Der Eilser Bauhof wird zur Schmiede für Edel-Fahrräder

Bad Eilsen (tw). Der Bauhof der Samtgemeinde vis-a-vis des Englischen Gartens hat eine Zukunft als "Schmiede" für - ultraleichte - H ightech-Fahrräder vor sich: Das Gebäude wird in Kürze neuer Sitz der Firma "Grest& Hanke GbR". Nachdem bereits der Rat Bad Eilsen sein Einverständnis erklärte, nahm Montagabend auch der Samtgemeinderat das Projekt mit Wohlwollen zur Kenntnis.

veröffentlicht am 27.02.2008 um 00:00 Uhr

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Die Alternative, den Bauhof in die Hände des Schaumburger Bildhauers und Installationskünstlers Peter Lechelt zu geben, der nach einer neuen Heimstatt für den "Garten der geliebten Steine" (Paschenburg) suchte, ist damit vom Tisch. "Grest& Hanke GbR": Das sind Oliver Grest aus Bückeburg und Andreas Hanke aus Bad Eilsen; Grest ist gelernter Maschinenbaumechaniker und studiert zur Zeit Chemie und Biologie auf Lehramt; Hanke ist Diplom-Maschinenbauingenieur im Sondermaschinenbau bei Continental in Hannover. Gemeinsam hatten beide 2001 beschlossen, den "leichtesten Fahrradrahmen der Welt" zu entwickeln - aus Carbon. Grest gestern gegenüber der Landes-Zeitung: "Bislang hatten wir unsere Werkstatt in einer alten Wassermühle bei Petershagen, die wir im Januar 2006 bezogen haben." Das Objekt habe sich indes schon sehr bald als "zu klein" und "zu weit weg" erwiesen; auch sei die Mühle nicht beheizbar - und überhaupt habe die Infrastruktur im Inneren nicht gestimmt. "Der Bauhof in Bad Eilsen", sagt Grest, "kommt unsren Wünschen dagegen sehr entgegen". Er verfügt über Strom, Wasser, Heizung - "und die Größe stimmt auch." Die Werkstatt ist bereits eingerichtet, die Anmeldung als Gewerbe soll in Kürze erfolgen. Kundenverkehr wird's am Bauhof aber kaum geben. Der Direktvertrieb soll über das Internet erfolgen, die Räder werden den Kunden per Paketdienst zugestellt. Viel Lob für das Zweier-Team gibt's derweil von Bernd Schönemann: "Die beiden sind über das ,Bastler-Stadium' längst hinaus, stellen ganz tolle, ultraleichte Fahrräder her", so der Samtgemeindebürgermeister. Den Eilser Bauhof weitestgehend Grest und Hanke zu überlassen, "das ist für mich auch ein Stück praktizierte Wirtschaftsförderung." Das "weitestgehend" bedeutet dabei: Die zugehörige Freiflache wird in - kleineren - Teilen von der Samtgemeinde auch weiterhin als Lager genutzt. Dass Grest und Hanke mit ihrer Firma in eine Marktlücke stoßen, gilt den beiden als ausgemacht, denn: "Von Anfang an stand für uns fest, dass wir Rahmen nur individuell und maßgeschneidert bauen wollten, nicht in Standard-Größen, die dem Fahrer passen können, aber nicht immer das Optimum in der Geometrie darstellen", beschreiben die beiden auf der Homepage ihre Philosophie. Sie verbrachten die ersten Jahre damit, Berechnungen anzustellen, Fertigungsverfahren zu verfeinern, und Maschinen zu bauen. Ein weiterer Punkt jener Philosophie war und ist es, nichts "aus der Hand" zu geben. Soll heißen: Herstellung der Rohre, Fräsen der Gehrungen, Fertigung der Anbauteile (Lagerschalen, Ausfallenden etc.), und das finale Zusammenfügen zum Gesamtkunstwerk - "alles geschieht durch uns", betonen die beiden Tüftler. Bereits in Kürze wollen sie "Leichtbau-Treffen" mit und für Fans aus ganz Deutschland in Bad Eilsen organisieren. Der Zuspruch dürfte groß sein, denn: "Wir haben schon jetzt eine Fülle von Aufträgen", freut sich Hanke.



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