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Ein Drittel weniger Aussteller in Kleinenbremen / Kritik am Bezirksausschuss geäußert

Der Dorfmarkt befindet sich am Scheideweg

Kleinenbremen (ly). Dichtes Gedränge, pralles Angebot, um die 30 Stände - das war einmal. Mit dem Kleinenbremer Dorfmarkt, einer Veranstaltung des Bezirksausschusses (BZA), geht es abwärts, jedenfalls in diesem Jahr. Stände aufgebaut hatten kürzlich 17 Aussteller, laut BZA-Mitglied Rainer Besser neun weniger als 2005. Ein schmerzhafter Aderlass. Programm? Null. Auch das Interesse der Besucher schien nachgelassen zu haben. Der Dorfplatz wirkte streckenweise verwaist.

veröffentlicht am 11.10.2006 um 00:00 Uhr

Nichts los: Auf dem Kleinenbremer Dorfmarkt mittags um halb zwei

Vielleicht sind viele Gäste aber auch bloß einmal übers Gelände gelaufen, um sich rasch wieder vom Acker zu machen. Was fehlt, sind so genannte "Frequenzbringer", welche die Verweildauer des Publikums erhöhen, Auftritte von Künstlern etwa. "Wir sind von anderen überholt worden", muss Friedrich Heine, früher BZA-Vorsitzender und heute stellvertretendes Mitglied, einräumen. Ein Grund dafür: "Man überlässt es dem Zufall, wie viele Leute sich melden." Der Dorfmarkt, so scheint es, steht am Scheideweg. Was soll werden? "Wir müssen erst ein Programm auf die Beine stellen, dann mehr Werbung machen", erklärt Heine ("Ich bin kein Veranstalter") und erinnert damit an denkbare Änderungen, die er vor zwei Jahren selbst vorgeschlagen hat: Musik und Tanz, womöglich auch eine Landmaschinenschau. Diesmal mussten die Kleinenbremer zudem mit der Bauernmarkt-Konkurrenz in Bad Eilsen kämpfen. "Der Topf wird kleiner", sagt Heine und meint das Haushaltsgeld. Die Stellung gehalten haben unter anderem der Heimatverein Wülpke, der TuS Kleinenbremen sowie die Feuerwehren beider Ortschaften. Dieter Lichte, vor einigen Jahren ebenfalls BZA-Vorsitzender und heute Mitglied, nennt die Vorbereitung des Dorfmarktes "lieblos". Es habe keine Ankündigung per Bürgerbrief gegeben, keine neuen Ideen, um ihn attraktiver zu machen. "Und keiner bemüht sich, neue Standbetreiber anzusprechen", so Lichte. Zurzeit dümpele der Bezirksausschuss leise vor sich hin, dort würden nur noch Punkte abgearbeitet. "Ich habe manchmal das Gefühl, den BZA Kleinenbremen/Wülpke gibt es gar nicht mehr", stellt Lichte fest, ohne den Chef des Ortsgremiums zu kritisieren: Rainer von Marcholewski sei zugleich SPD-Fraktionsvorsitzender im Portaner Stadtrat und damit völlig ausgelastet. Beim Dorfmarkt hatte von Marcholewski einen anderen Termin. Nach Auffassung Lichtes passt der Dorfmarkt, zuletzt noch ein Aushängeschild, in dieses eher trübe Bild Kleinenbremens. Die Ausnahme: "Zum Glück kommen Impulse vom Heimatverein. Sonst wäre in unserem Dorf tote Hose." Wie geht's mit dem Dorfmarkt weiter? "Darüber", so Lichte, "müssen sich andere den Kopf zerbrechen".

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