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Nach der Lackierung kommt jetzt das finale Gefrickel

Der Dewezet-Käfer trägt jetzt Robe in Cremeweiß

Ein Oldtimer wird Redaktionsauto. Der Dewezet-Käfer, Baujahr 1967, 1200 Kubikzentimeter, 40 Pferdestärken, ist aus dem Dornröschenschlaf geweckt worden. Nach einem knappen Jahr Restaurierung steht er in schönstem 1967er Original-Lack, einem Cremeweiß, bereit, damit Elektrik und Inneneinrichtung eingebaut werden können. Teil 10: Vom Zauber der Schönheit und Kabelsalat.

veröffentlicht am 13.01.2018 um 06:00 Uhr

Die Karosserie blickt noch verstohlen aus hohlen Augen, Die Restaurierung des Dewezet-Käfers ist auf der Zielgeraden angekommen. Foto: ey

Autor:

Jens F. Meyer

HAMELN / WESERBERGLAND. Dass es bald Frühling wird, stimmt nicht, es ist ja noch nicht einmal richtig Winter geworden. Der erste Ausflug des Dewezet-Käfers lässt deswegen noch einige Wochen auf sich warten. Aber er wird kommen, so viel sei vorweggenommen. Es nahen also die Tage, da die Menschen in Bessing- und in Pessinghausen, in Haver- wie in Hastenbeck, in Herken- und in Hemmendorf, in Löwensen und Lauenstein und und und … den Klang des 1300er Boxers, den Dewezet und Pyrmonter Nachrichten gewissermaßen auf „Tour de Weserbergland“ schicken, vernehmen. Es wird sich anhören wie Musik, so viel ist sicher, man muss nur ganz genau hinhören. Und jetzt, da der 1967er den neuen Lack-Frack angezogen hat, wird’s auch visuell ’ne schöne Angelegenheit.

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Neues vom Dewezet-Käfer
Quelle: ey

„Der wird noch poliert“, gibt Frank Danger zu bedenken. Scheint doch gar nicht nötig zu sein!? „Das macht man so.“ Abschlusspolitur. Ein Tüpfelchen auf dem i, ein Sahnehäubchen. Für seinen Firmennachbarn Oliver Scholz, Geschäftsführer des Karosserie- und Lackierzentrums Kaspar an der Kuhlmannstraße, und dessen tolle Truppe stimmt Frank Danger, Chef der Danger Fahrzeugtechnik, eine Lobeshymne an: „Was die aus der Karosserie gemacht haben, ist Wahnsinn! Besser geht das nicht.“ Es sei ein Husarenstück gewesen, Karosserie und Chassis des Oldtimers, bekanntlich ein Scheunenfund in Halvestorf-Hope, wieder so gründlich aufzubauen; es habe Nächte gegeben, in denen weder er, Danger, noch sein „Käferteam-Kollege“ Scholz an den Erfolg des Projekts geglaubt hätten. „Wir waren ein-, zweimal nah dran, zu verzweifeln.“ Waren sie. Aber eben nur nah dran.

Zwischen Weihnachten und Neujahr geschah dann das, worauf sie ein knappes Jahr nach unzähligen Korrosionsenttäuschungen, Schwellerschwächen und Blechblamagen hingearbeitet haben: Sie, die Fachmänner vom Unternehmen Kaspar, gaben dem Volkswagen Lack. Tausende Streicheleinheiten hatten sie dem Gefährt, das zu einem Gefährten geworden ist, gegeben, fast liebevoll bisweilen, wie Physiotherapeuten, die etwas auf ihre Patienten halten. Sie hatten geschweißt und geschwitzt – und durften endlich das tun, was sie das ganze Jahr 2017 über im Sinn hatten: dem nackten Dewezet-Käfer einen Anzug geben, der ihm passt. Es wurde nicht etwa irgendein Cremeweiß aus den Tiefen des Volkswagen-Farbarchivs hervorgezaubert, sondern d a s Cremeweiß, das auch 1967 aufgetragen wurde. „Ein unglaublich schönes Gefühl, jetzt doch so weit gekommen zu sein“, resümiert Oliver Scholz.

Die Fahrzeugleuchten wird Danger-Mitarbeiter Andreas Pfeiffer bald einbauen können. Foto: Danger
  • Die Fahrzeugleuchten wird Danger-Mitarbeiter Andreas Pfeiffer bald einbauen können. Foto: Danger
Frank Danger, Geschäftsführer von Danger Fahrzuegtechnik (re.), freut sich, „dass wir so weit gekommen sind“. Foto: ey
  • Frank Danger, Geschäftsführer von Danger Fahrzuegtechnik (re.), freut sich, „dass wir so weit gekommen sind“. Foto: ey

Dass es sich nicht um ein Allerweltsprojekt handelt, war von vornherein klar, „aber die Herausforderung war schließlich doch größer, als wir zunächst angenommen hatten“, sagt Frank Danger. Jetzt aber, die schwierigsten Aufgaben bewältigt, fährt er mit der Handfläche über den Rücken des Volkswagens. „Toll, nicht wahr?“ Das Fahrzeug steht bereits wieder in einer seiner Werkstatthallen, nicht mehr bei Kaspar. Denn jetzt, da alles perfekt lackiert, Korrosionsschutz aufgetragen und nochmals lackiert worden ist, geht’s in die Endrunde der Sanierung. Die Elektrik liegt brach, als Kabelsalat dort, wo einmal der Kofferraum sein wird. Die Sechs-Volt-Batterie steht bereit, ist aber noch nicht an ihrem Platz. Auf zwei Tischen sind Schrauben, Muttern, Unterlegscheiben ausgebreitet. Sisyphos-Arbeit für Danger-Mechaniker Andreas Pfeiffer, kurz „Andy“. Höchste Konzentration ist erforderlich, bloß nichts durcheinanderbringen. Aber er, Pfeiffer, Pfeiffer mit drei f, hat die Ruhe weg. „Alles nur noch Kleinigkeiten.“ Da muss selbst sein Chef lachen. Ist leicht untertrieben, aber wer so entspannt an die Sache rangeht, dürfte wohl im Zeitplan sein.

Was sich an Einzelteilen ringsherum noch findet, ist unter anderem die Abdeckung der Kennzeichenleuchte, im Fachjargon hier auch als Kennzeichennase betitelt, obwohl eine Nase eigentlich nicht hinten getragen wird, höchstens hoch. Egal. Die Kraftstoffleitung und der Tank sind schon eingebaut. „Ich muss jetzt den Sicherungskasten anschließen“, sagt Andreas Pfeiffer, „aber das ist ...“ Ja, ist klar: eine Kleinigkeit. Wo sind eigentlich die Fensterscheiben? „Stehen noch beiseite. Wir haben erst einmal nur die Gummis in die Aussparungen eingefügt, damit sie Form erhalten.“ Dass es sich bei all den Neu- und Ersatzteilen, die eingebaut wurden, dennoch um einen markanten Oldtimer handelt, zeigen zum Beispiel die silberfarbenen Zierleisten. Kleine Kratzer tragen sie mit Stolz; es sind die Spuren der Zeit, die dieser Käfer erlebt hat. Zauber der Schönheit. Erstzulassung war bekanntlich am 25. Juli 1967.

Innen ist er nackt. Erst, wenn alle technischen Einheiten eingefügt und notwendigen Checks durchgeführt worden sind, wird das Gestühl in den Redaktionskäfer eingebaut, der Boden gut gemacht und ein neuer Dachhimmel eingezogen. Wolkenlos, versteht sich.



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