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Sehenswürdigkeiten aus aller Welt in Metall nachgebaut / Erinnerung an Iserlohn

Der Danzturm trifft den Eifelturn - in Paul Sinns Garten in Röcke

Röcke (mig). In seinem kleinen Dorf ist er der Größte: Paul Sinn, leidenschaftlicher Bastler und Zinkblech-Mechaniker. Seit fast 40 Jahren fertigt der ehemalige Werkzeugmacher Modelle von Gebäuden und Sehenswürdigkeiten, inzwischen hat er Dutzende von Windmühlen, Türmen und Bauernhäusern nachgebaut - ein komplettes Dorf. Ein Motiv für dieBauwut im Miniaturmaßstab: Heimweh nach Iserlohn.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 16:03 Uhr

Windmühlenmodell: die Flügel sind beweglich.

Wer den Hobbyarchitekten in seinem Haus besucht, reibt sich wie Gulliver erstaunt die Augen: im Garten wachsen kleine Fachwerk-Häuser aus dem Gras, neben der Dorfkirche reckt der Eiffelturm seinen filigranen Metallfinger in den Himmel. Auch die Bevölkerung ist schon so früh am Tag auf den Beinen: Zipfelmützen- Zwerge stehen hinter kleinen Zäunen, heben Schubkarren und äugen misstrauisch auf die ungebetenen Gäste. Gebaut und geplant hat das Röcker "Lilliput" aber ein "Großer". Seit rund 40 Jahren arbeitet Paul Sinn an den Metall-Modellen und hat inzwischen ein ganzes Dorf in seinem Garten zusammengestellt. "Ich hatte diese Gebäudemodelle 1967 in Hannoversch Münden aus Holz gesehen und dachte mir: das kannst du auch", erinnert sich der heutige Rentner. Die Initialzündung für den Nachbau verschiedener Bauwerke und Fahrzeuge kam dann zwei Jahre später - 1969 musste der Stabsunteroffizier seine Geburtsstadt Iserlohn in Richtung Achum verlassen. "Ich wurde in die Jägerkaserne versetzt und bastelte nach Feierabend Andenken an meine Heimat", erzählt der frühere Werkzeugmacher und zeigt dabei auf den Danzturm, das Wahrzeichen Iserlohns. Die Kopie ist über einen Meter hoch und hat, wie das Original, eine gewölbte Kuppel. Ebenfalls en miniature zu bewundern ist die längst abgewrackte Stadtbahn - Sinn hat sie im Maßstab 1:60 gefertigt. Einmal im Jahr besucht der Rentner dann seine Geburtsstadt zum traditionellen Schützenfest und hat oft genug auch seine Metall-Repliken im Kofferraum. "Meine Modelle stehen in vielen Vorgärten", freut er sich. Nachgebaut hat das langjährige Mitglied der Röcker Feuerwehr aber auch Schaumburger Motive - demnächst soll ein "Floriansdorf" die heimischen Brandschützer in Metall verewigen. Was dann kommt, hat er sich noch nicht überlegt. Vielleicht die Tower-Bridge oder eine weitere Windmühle? Für Paul Sinn ist die Welt ein Dorf.

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