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Stefan Preuß hält Schulungen im "Convention Hotel" ab / Spielgruppe sucht neue Mitglieder

Der "Bridge-Papst" zu Gast in Bad Nenndorf

Bad Nenndorf (oke). Bridge ist kompliziert, langweilig und nur etwas für Senioren. Soweit das Klischee. Dass die Realität etwas anders aus sieht, beweist Stefan Preuß. Der renommierte Bridge-Lehrer aus Hannover unterrichtete im "Convention Hotel die Bad Nenndorfer Bridge-Gruppe zum Thema "Alles über Kontras".

veröffentlicht am 28.06.2007 um 00:00 Uhr

Starkes Blatt: Stefan Preuß, Bridge-Lehrer aus Hannover zeigt, w

"Schnapper", "Treff", "Dummy"? Preuß wirft mit Fachbegriffen nur so um sich, als er die taktische Raffinesse einer Bridge-Partie analytisch zerlegt. Für den Außenstehenden ist sein Vortrag ein Buch mit sieben Siegeln. Die rund 36 Lehrgangsteilnehmer, die an diesem Nachmittag zuhören, sind hingegen ganz bei der Sache. Sie gehören zur Fortgeschrittenengruppe der Bad Nenndorfer Bridge-Runde und wollen ihren Horizont erweitern. Ja, sagt Preuß und lächelt etwas gequält, es stimme, das Rentner-Image hänge Bridge leider immer noch an. Dabei sei es doch alles andere als ein Seniorenhobby. "Wenn man Spielen in der Bundesliga zuschaut, dann sieht man, dass eine Menge sportlicher Ehrgeiz dahinter steckt". Zwar starteten die meisten Interessierten in einer privaten Gruppe, doch sobald einer Liga beitrete, werde aus dem Zeitvertreib sehr schnell mehr. Spätestens auf Regionalliganiveau, auf dem sich auch Preuß derzeit bewegt, wird Bridgespielen so anspruchsvoll, dass man ohne gezieltes Training keine Erfolgschance mehr hat. Dass in Deutschland in nächster Zukunft Preisgelder im sechsstelligen Bereich gezahlt werden, wie dies in den USA oftmals der Fall ist, daran glaubt Preuß nicht. Nur mit dem Spielen allein könne man sich nicht über Wasser halten, wohl aber mit der Schulung von Anfänger und Fortgeschrittenengruppen. DerBridge-Lehrer hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Als vor zehn Jahren der Bridge-Boom einsetzte, sprang der ausgebildete Englisch- und Deutschlehrer auf den Zug auf und machte sich selbständig. Seitdem vermittelt Preuß, der in Bridgekreisen gern als der "Bridge-Papst" bezeichnet wird, das geistige Rüstzeug für das komplexe Kartenspiel. Inzwischen sinke auch der Altersdurchschnitt bei den etwa 25 000 eingetragenen Spielern, so Preuß. Die Zuwachsrate bei den Mitgliedern liegt seit geraumer Zeit bei etwa fünf Prozent jährlich. Für ihn ein weiterer Beleg, dass die Herausforderung, die das Spiel an Konzentrationsfähigkeit und taktisches Kalkül stellt, immer mehr Menschen auch im mittleren Alterssegment anspreche. Nicht zuletzt sei Bridge auch eine gute Variante, um sozile Kontakte zu knüpfen. Den Kontakt zum "BridgeColleg", wie Preuß seine "Schule" nennt, stellte Illa Kloss her. Diese leitet normalerweise den Unterricht der Bridgegruppen in Bad Nenndorf und hat selbst bei Preuß gelernt. Für Anfänger mit Vorwissen und für Fortgeschrittene bietet die Gruppe Trainingsrunden donnerstags ab 17 Uhr, beziehungsweise ab 9.30 Uhrim "Convention Hotel" an. Turniere werden dienstags ab 15 bestritten.



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