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Bushaltestelle Post: Sanierungspläne vorgestellt / SPD: "Unverhältnismäßig" / Buswartehäuschen aus Glas und Stahl?

"Der berechtigten Kritik endlich Positives entgegen setzen"

Obernkirchen (rnk). Bei der Frage, ob die Bushaltestelle vor der Post saniert werden soll, könnten die Vorstelllungen gar nicht weiter auseinander liegen: Für Thomas Stübke von den Grünen ist es gut angelegtes Geld, das an den Schnittpunkten dreier Buslinien endlich eine vernünftige und behindertengerechte sowie wetterunabhängige Bushaltestelle schafft, für die SPD sind es hinausgeworfene Mittel.

veröffentlicht am 20.07.2006 um 00:00 Uhr

Der Baum bleibt, der Taxistand verschwindet - und der gesamte Be

30 000 Euro wird die Stadt Obernkirchen für die Umgestaltung der Bushaltestelle Obernkirchen Post verwenden können. Allerdings muss der Kreisausschuss noch einen entsprechenden Beschluss fassen, weil das Geld aus Regionalisierungsmitteln stammt. Stuebke hatte im Mai letzten Jahres - in seiner Eigenschaft als Kreistagsabgeordneter und inAbstimmung mit der Kreisverwaltung - der Stadtverwaltung Obernkirchen vorgeschlagen, die Planungen für die Verbesserung des ÖPNV-Halts unter Berücksichtigung einer 90-prozentigen Förderung durch Regionalisierungsmittel des Bundes zu beginnen. Die Stadt finanziert zehn Prozent gegen, ist also mit 3000 Euro dabei. An der Post gibt es viele Probleme: Rund 60 Meter lang ist der gesamte Streifen, den sich ein Baum, ein Taxistand, der Platz für den Bus und einige Parkplätze teilen müssen. Zudem verläuft vor dem Busparkplatz der Fuß- und Radweg, auf dem die Fahrradfahrer Vorfahrt haben. Das allerdings ist das kleinste Problem, wie Baudezernent Ulrich Kuhlmann erklärte: Es werde einfach das Schild ausgetauscht, danach wären Fußgänger und Radler gleichberechtigt. Mindestens zwölf Meter würde der Bus benötigen, um an den Rand heranfahren zu können, damit die Gäste problemlos einsteigen können. Bisher geht das nämlich nicht: Weil in aller Regel die Parkplätze vor der Bushaltestelle belegt sind, hält der Bus quasi auf der Straße. Würde er direkt an den Rand fahren, könnte er die Räder nicht mehr nach links einschlagen und losfahren. In der den Politikern im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt gezeigten Pläne wird dies anders: Der Bus wird auf einer sanft geneigten Linie hinein- und wieder herausfahren - der 45-Grad-Winkel vor dem Baum verschwindet. Der Baum selbst kann stehen bleiben, muss nicht geopfert werden. Und: Drei Parkplätze würden offiziell bleiben. Inoffiziell sind es dann vier, weil vor der einen, dazwischen liegenden Grundstückseinfahrt weiterhin geparkt werden kann, diese Möglichkeit aber offiziell nicht als Parkplatz ausgewiesen werden darf. Außerdem soll die Haltestelle behindertengerecht ausgestaltet werden, ein Bereich wird höher gepflastert, damit es in den Bus hinein nur ein kleiner Schritt auf gleicher Höhe ist. Insbesondere für die Erhöhung der Mobilität der auch in Obernkirchen immer zahlreicheren Senioren sei eine Verbesserung der Einsteigemöglichkeit in die modernen Niederflurbusse der Firma Mühlmeister und der SVG durch die Umgestaltung möglich, betonte Stübke: Damit wäre ein Standart erreicht, wie er auch bereits in Bückeburg (Schild), Rinteln (Pferdemarkt), Lauenau (Casalla), Rehren (Markt) oder Stadthagen (ZOH) bereits umgesetzt sei. Und: "Zudem würden wir der berechtigten Kritik des Kreisseniorenbeirats und der Behindertenverbände und vieler Bürgern endlich positive Maßnahmen entgegensetzen." Natürlich soll die Wartestelle auch ein Buswartehäuschen erhalten. Das Problem: Direkt hinter dem Buswartehäuschen würde die Post stehen - und das frei stehende Wartehäuschen befindet sich dann in Höhe eines Fensters. Die Verwaltung machte folgenden Vorschlag: Ein Buswartehäuschen aus Edelstahl und Glas habe zwei Vorteile. Es sei vandalismusssicher und nehme der Post kein Licht weg. Die Tiefe des Häuschens würde 1,50 Meter betragen, die Seitenlänge liege bei 80 Zentimeter. Der Taxistand macht der Verwaltung keine Sorgen. Er könne gestrichen werden. Ein modernes Wartehäuschen und ein historisches Gebäude - das passe alles nicht, meinte SPD-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Mevert, der sich für einen schlichte Überdachung über den Sitzbänken aussprach. Von einer "unverhältnismäßigen Planung" sprach Herbert Röhrkasten (SPD). Das sei doch alles von vorne bis hinten unstimmig, nur weil es Mittel gebe, werde dieses Thema so hochgepuscht, steigerte sich der Krainhäger in eine rhetorische Suada. Und lief bei Kuhlmann auf: Der Stadtrat Obernkirchen habe ein Nahverkehrskonzept von der Verwaltung verlangt, indem auch die zentrale Bushaltestelle entwickelt werden solle. Daher habe er sich der Problematik auch angenommen, ganz wie verlangt. Nach Ende der Debatte wurde beschlossen, das Thema erst einmal ausführlich in den Fraktionen zu beraten. Nur Stübke und Beate Krantz stimmten für einen sofortigen, positiven Ausschussbeschluss.

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