weather-image
Kurtheater: Ausschuss moniert Zustand der Fassade / Neue Verordnung bringt Politiker in Zugzwang

"Der Anblick schadet dem Image von Bad Eilsen"

Bad Eilsen (tw). Sorgenfalten auf dem Gesicht von Horst Rinne: "Die Fassade des Kurtheaters mit Front zur Bahnhofstraße ist in einem bösen Zustand, die Farbe blättert", so Bad Eilsens CDU-Bürgermeister vor dem Bauausschuss. "Noch katastrophaler ist, dass das Holz an Türen und Fenstern zum Teil verfault ist und es durch's Dach tropft", ergänzt Hans-Jürgen Winkelhake (SPD).

veröffentlicht am 07.06.2006 um 00:00 Uhr

Die Farbe blättert allenthalben ab: Der Eingang des Kurtheaters

Konsens im Ausschuss: Es muss etwas getan werden. Zum einen, weil die Politiker von Bürgern und - schlimmer noch - von Kurgästen immer wieder auf das "beschämende" Entree angesprochen würden; Ausschuss-Chef Dr. Wilhelm Dreves (CDU): "Es schadet dem Image von Bad Eilsen." Der Bürgermeister drückt es milder aus: "Die ,Deutsche Rentenversicherung' (DRV) hat nicht mehr so ,das Auge' auf die Immobilie." Zum anderen bestehe aber auch Handlungsbedarf, weil die Gemeinde laut Rinne schon jetzt die neue "Prädikats-Kurortverordnung" für Bad Eilsen beantragen will. Hintergrund: "Im Tourismus setzt Niedersachsen in Zukunft auf mehr Qualität. Dazu soll (seit 1. Mai 2005) die neue Kurortverordnung mit einheitlicher Überprüfungspraxis und schärferem Anforderungsprofil beitragen", hat FDP-Wirtschaftsminister Walter Hirche unlängst erklärt. Und ergänzt: "Wer in der ersten Liga der Kurbetriebe mitspielen möchte, wird künftig strengere Qualitätsmaßstäbe erfüllen müssen." Grundlage für die Anerkennung als Kurort, Luftkurort oder Erholungsort sollen von nun an die Anforderungskriterien des Deutschen Heilbäderverbandes sein. Und zu denen gehört laut Rinne nicht zuletzt auch ein "gepflegtes Ortsbild". Die Vorarbeiten dazu habe die Gemeinde, - die im aktuellen "Luftgutachten" im übrigen alle Anforderungen, die der Deutsche Wetterdienst (DWD) an die Lufthygiene stellt, erfüllt - in der jüngeren Vergangenheit geleistet. Nicht zuletzt mit dem Sanieren der Wagenremise, dem sich der Bau eines schmucken Caravanplatzes (wir berichteten) anschließe. Eine möglichst "ansehnliche" Außenfassade am Kurtheater sei gerade vor diesem Hintergrund ein weiterer wichtiger Mosaikstein im Gesamtbild des Badeortes. Das Hauptproblem, vor das sich Bad Eilsens Politiker dabei gestellt sehen: die Finanzierung. Denn Eigentümer des Objekts ist noch immer die DRV Braunschweig-Hannover, die sich bislang vergeblich bemüht, die Immobilie zu veräußern. Doch so lange, bis sich ein Käufer findet, mag die Gemeinde aus den genannten Gründen nicht warten. Andererseits würde sie nur ungern - alleine - die Kosten für Arbeiten übernehmen, die nach ihrem Dafürhalten eigentlich Sache der DRV wären. Auftrag des Ausschusses an den Bürgermeister: Er soll mit der früheren LVA zumindest über eine Beteiligung an den Kosten verhandeln - und darüber hinaus erwirken, dass mehr für den Unterhalt des Gebäudes getan wird. Unabhängig davon will sich Rinne Rat bei einem "Farbfachmann" holen, der Auskunft darüber geben soll, welche Maßnahmen nötig und Erfolg versprechend sind. Zumindest nach dem Dafürhalten von Vize-Bürgermeisterin Christel Bergmann (SPD) wird ein bloßer Neuanstrich aber nicht ausreichen: "Das wurde in der Vergangenheit schon fünf oder sechs Mal versucht und hat nicht viel gebracht. Binnen weniger Monate blättere der Anstrich schon wieder ab." Aber vielleicht bewirke es ja etwas, wenn diesmal eine offenporige Farbe verwendet werde.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare