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Baustellenstau ade: Manuelle Steuerung lässt Verkehr in der Rodenberger Allee wieder fließen

Der "Ampelmann" ist wieder am Drücker

Bad Nenndorf (rwe). Der Verkehr in der Rodenberger Allee fließt wieder besser. Der Grund: Der Wasserbeschaffungsverband Nordschaumburg setzt an seiner Baustelle wieder einen "Ampelmann" ein, der die Grünphasen von Hand steuert. Die Geschäftsleute freuen sich.

veröffentlicht am 14.06.2008 um 00:00 Uhr

Der Wasserbeschaffungsverband Nordschaumburg setzt an seiner Bau

Normalerweise verrichtet Tiefbauer Karl-Heinz Zielinski eher körperlich schwere Arbeit. Gestern aber musste der Stadthäger gerade mal nur den Daumen bewegen, um seinen Job zu erledigen. Er steuerte die Behelfsampel in der Rodenberger Allee, ließ je nach Bedarf die Autos stadteinwärts oder stadtauswärts rollen. So mussten die Fahrer in der Regel nur zwei bis drei Minuten warten, ehe es voran ging. Das war in den Tagen zuvor ein wenig anders. Da hatte der Wasserbeschaffungsverband laut Geschäftsführer Werner Volker "nach Rücksprache mit der Polizei" tagsüber den Mitarbeiter gespart und auf die automatisierte Schaltung gesetzt. Eine Katastrophe aus Sicht der Kaufleute. Die Wartezeit verdoppelte und verdreifachte sich. Blumenhändlerin Tamara Haupt nennt die Baustelle unter diesen Umständen existenzgefährdend. Tagesumsätze von 25 und 45 Euro zählte sie. "Das halten wir nicht durch." Dabei geht es ihr nicht nur um den Stau vor der Ampel, sondern auch den zwischenzeitlichen Verlust der Parkplätze. Die Stadt hatte vor den Läden ein Halteverbot eingerichtet. "Dort parkten dann die Arbeiter ihre Autos", klagt die Floristin. Andere Flächen wurden mit Baumaschinen zugestellt. Wenn für die Handwerker längst Feierabend war, konnten die Kunden das Geschäft nicht erreichen. Und auch Lieferanten aus dem Großmarkt kamen nicht heran. Der Gedanke an die kommenden Monate mit den Kanalarbeiten und Straßenbau macht ihr Angst und Bange. Sie fordert die Stadt auf, bei der Baustellenplanung mehr Rücksicht auf die Geschäfte zu nehmen. Nicht nur bei ihr machte sich der Stau bemerkbar. Auch Schuhhändler und Friseur hätte sich beklagt, sagt Tankstelleninhaber Wolfgang Seifert. Auch er litt seit Freitag unter einem Umsatzverlust von 50 Prozent. "Dabei lief anfangs alles wie am Schnürchen." Er beschwerte sich beim Verband, der Polizei und auch der Politik darüber, die manuelle Steuerung zustreichen. Das wirkte offenbar. Denn am Mittwoch machte SPD-Ratsherr Volker Busse den "Ampelmann" zum Thema im Bauausschuss. Er forderte die Stadtverwaltung auf, ganztägig auf eine manuelle Schaltung hinzuwirken. Andreas Fedler schloss sich dem im Namen der FDP an. Zudem sollte die Verwaltung die Baufirma stärker überwachen, meinte Busse. Die auf 80 Meter Länge geplanten Abschnitte seien erheblich erweitert worden. Die Baustelle gestern war knapp 200 Meter lang. Die Strecke lasse sich nicht immer einhalten, verweist Werner Volker darauf, dass der Beschaffungsverband die Wasserversorgung der Häuser gewährleisten und daher die Vernetzungspunkte beachten müsse. "Die 80 Meter sind am Schreibtisch geplant." In Absprache mit der Stadt müssten die Strecke deshalb verlängert werden. Gut fünf Tage länger als geplant dauern die Arbeiten. Bis Ende nächster Woche hat die Firma Schweerbau noch zu tun, um bis zur Rudolf-Albrecht-Straße die neuen Wasserleitungen einzuziehen. "Wir tauschen die Anlagen komplett aus", sagt Volker. Zudem würden die Hausanschlüsse aus der Straße auf dieGrundstücke verlegt. Wenn es möglich sei, werde versucht, die verlorene Zeit aufzuholen. Volker: "Wir haben deshalb letzten Sonnabend gearbeitet." Kommendes Wochenende sei das aber nicht der Fall, wegen des Stadtfestes bleibe die Rodenberger Allee frei. "Da steht dann auch keine Ampel."



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