weather-image
18°
Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Gastredner bei "Schaumburger Mittelstandsgesprächen"

Der A 30-Ausbau wird frühestens 2014 fertig

Bückeburg (jcp). Ernüchterung für alle Schaumburger, die regelmäßig auf der Autobahn A30 in Bad Oeynhausen unterwegs sind: Bis der regelmäßige Verkehrspfropf mitten in der Kurstadt mit dem entsprechendem Ausbau beseitigt wird, zieht noch mindestens ein halbes Jahrzehnt ins Land. Um überhaupt loslegen zu dürfen, musste das Land Nordrhein Westfalen bis vor das Verwaltungsgericht in Leipzig ziehen. "Wenn in diesem Jahr eine Entscheidung fällt und die Bauarbeiten sofort beginnen", sagte NRW-Minister Oliver Wittke in Bückeburg, "werden diese geschätzt ungefähr sechs Jahre dauern."

veröffentlicht am 13.02.2008 um 00:00 Uhr

Minister Oliver Wittke (l.) spricht bei der Firma Harting vor Ve

Am Aschermittwoch hatte das Unternehmen Harting an der Kreuzbreite zu "Schaumburger Mittelstandsgesprächen" geladen. Ungefähr 150 Gäste waren der Einladung Peter Hartings gefolgt, um einen Vortrag des nordrhein-westfälischen Ministers für Bauen und Verkehr, Oliver Wittke, zu hören. In der sich anschließenden Diskussion nutzten die Anwesenden die Gelegenheit, aus mittelständischer Perspektive Fragen an die Politik zu stellen. Wittke referierte zum Thema "Grundlegende und aktuelle Aspekte der Mittelstandspolitik unter besonderer Berücksichtigung der derzeit stattfindenden infrastrukturellen Veränderungen" und stellte dabei auch das Thema "Umweltzone" in den Mittelpunkt. "Über Sinn und Unsinn möchte ich dabei gar nicht reden, auch wenn ich es schon bemerkenswert finde, dass die viel beschworene Feinstaubproblematik zu sage und schreibe drei Prozent von Autos oder Lastwagen verursacht wird." Nach Wittkes Meinung solle es für die Wirtschaft Ausnahmeregelungen geben, damit zum Beispiel der Güterverkehr ungehindert abgewickelt werden könne. In diesem Zusammenhang erwähnte in der Diskussion der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Schaumburg, Fritz Pape, dass vor allem kleine Handwerksbetriebe mit ihren teilweise älteren Kleinlastern in Hannover enorme Schwierigkeiten hätten, die strengen Auflagen zu erfüllen. Da Wittke auch immer wieder betonte, wie sehr ihm die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Nachbarn Niedersachsen am Herzen liege - "Wenn wir uns zusammentun, wird Bayern bald unser beider Atem im Nacken spüren" - sprach er sich für Sonderregelungen aus, die in beiden Ländern gültig sein sollten. Eine andere allgemeine Verkehrsfrage wurde vom Präsidenten des Landgerichts Bückeburg, Friedrich von Oertzen, ins Spiel gebracht, der darauf hinwies, dass es auf der A2 zwischen Bückeburg und Hannover immer wieder zu schweren Unfällen mit Lastwagen-Beteiligung komme. "Die nutzen das Gefälle, um sich gegenseitig zu überholen, kuppeln aus undkommen dabei auf Geschwindigkeiten, die die schweren Kisten schlicht überfordern. Dann geraten sie ins Schlingern, und die Katastrophe ist programmiert." Wittke nutzte die Gelegenheit, um erneut seine allgemeine verkehrspolitische Philosophie darzustellen, die in Antworten und Vortrag mitschwang: "Auch diese?Elefantenrennen' sind letztlich Folge eines mangelnden infrastrukturellen Ausbaus. Vierspurige Autobahnen sind in einem Europa ohne Grenzen zu klein. Prognosen sagen, dass der Güterverkehr bis 2015 noch um 60 Prozent zunehmen wird. Mehr Straßen bedeuten flüssigeren Verkehr, was letzten Endes auch der Umwelt zu Gute kommt."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare