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Gedenkstätte erinnert an Jäger-Kommandeur Georg Donalies / Initiative von "Bursche" Klare

Denkmal aus dem Dornröschenschlaf erweckt

Meinsen/Warber (bus). Rechtzeitig zum "Tag des offenen Denkmals" (10. September) hat die Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend ein Denkmal aus dem Dornröschenschlaf erweckt, dessen Existenz bislang nur wenigen Eingeweihten bekannt gewesen ist. Die westlich von Meinsen/Warber an der Riehestraße gelegene Gedenkstätte erinnert an den Kommandeur des Westfälischen Jägerbataillons Nr. 7, Georg Donalies. "Wir haben an zwei Einsatztagen in die Händegespuckt und der Stätte einen großen Teil ihrer alten Würde zurückgegeben", erläutern die Kameraden.

veröffentlicht am 31.08.2006 um 00:00 Uhr

Das an Major Georg Donalies erinnernde Denkmal zeigt das das Emb

Das in einem kleinen Pappel-Wäldchen hinter dem Hof Kelle liegende Ehrenmal präsentiert sich jetzt in aufgeräumtem Zustand. Auch das Areal um den in der Mitte eines Rondells stehenden etwa 1,50 Meter hohen Findling vermittelt einen ordentlichen Eindruck. "In naher Zukunft werden wir die Bänke erneuern und den Baumbestand dem Gesamtambiente anpassen", kündigen die Mitglieder der etwa 90 Mitglieder starken Gemeinschaft an. Aus einem von Ernst Ovesiek verfassten Bericht erschließen sich die Hintergründe der Denkmalserrichtung. Ovesiek führt seinen Onkel, den Landwirt Ernst Klare, als treibende Kraft an. Klare (Meinsen Nr. 5) war dem am 21. März 1914 zum Major beförderten Donalies bereits in Bückeburg als Bursche zudiensten. Und er blieb auch bei ihm, als die Bückeburger Jäger im gleichen Jahr an die Westfront ausrückten. Jäger Klare wurde am Abend des 5. August aus nicht nachvollziehbaren Gründen in die Etappe geschickt, um etwas zu besorgen. Während seiner Abwesenheit zog das Bataillon gen Lüttich, wo Donalies im Morgengrauen des 6. Augusts im Nahkampf gefallen ist. Ovesiek: "Aus Dankbarkeit, dem Schicksal des Majors und vieler Kameraden entgangen zu sein, haben mein Onkel und andere Überlebende beschlossen, Donalies einen Gedenkstein zu setzen." Die Bückeburger Jäger (Bataillon 7 und 9) waren in der ersten Augustwoche 1914 auf dem Wege Hermée-Cubolet bis zur Höhe 147 gelangt, drangen in Milmort und Thier-a-Liège ein, rückten dann - irrtümlich für englische Truppen gehalten - in Lüttich ein. Als in der Rue St. Foy einige belgische Offiziere erschienen, erkannten diese den Irrtum sofort. Gleich gab es Feuer von allen Seiten. Im Nu erlitten die Deutschen schwere Verluste. Ohne es zu wissen, waren sie bis unmittelbar an den Gefechtsstand des Gouverneurs der feindlichen Festung vorgestoßen.

Die Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend und weitere
  • Die Reservistenkameradschaft Meinsen-Warber-Rusbend und weitere Helfer haben es gesäubert.
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