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Konstantin Ernst, Matthias Voges und Andrea Tetzlaff vom MTV Obernkirchen trainieren für die Dan-Prüfung

Den Traum vom "schwarzen Gürtel" verwirklichen

Judo (peb). In der Trainingshalle der Obernkirchener Judoka herrscht Stille und auch die Judomatte ist leer. Dann betreten zwei Sportler mit dem braunen Gürtel die Matte und verbeugen sich erst in Richtung ihres Trainers Olaf Quest und dann, im Sitzen, zueinander. Nun bewegen sich die Sportler Konstantin Ernst und Matthias Voges gemessenen Schrittes aufeinander zu und sie beginnen mit einer Reihe festgelegter Wurftechniken, die immer wieder durch Pausen für das Ordnen der Judokleidung unterbrochen wird.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:33 Uhr

Konstantin Ernst (v.l.), Andrea Tetzlaff und Matthias Voges woll

"Kata" nennt sich diese besondereÜbungsform des Judo, bei der jede Bewegung vorgeschrieben ist und die am ehesten mit der Pflicht im Dressurreiten oder im Eiskunstlauf zu vergleichen ist. Sie gilt als hohe Kunst des Judo und muss für die Prüfung zum schwarzen Gürtel zum ersten Mal perfekt demonstriert werden. Anerkennender Beifall des Trainers dokumentiert, dass Trainer Quest dieses Mal mit der Leistung seiner Sportler zufrieden ist. Seit fast einem Jahr trainieren die Sportler Konstantin Ernst, Matthias Voges und Andrea Tetzlaff unter der Anleitung von Olaf Quest nun für die Meisterprüfung im Judo. Zunächst bei der VT Rinteln und nun, seit Gründung der Erwachsenengruppe, beim MTV Obernkirchen. Immer im Anschluss an das reguläre Erwachsenentraining hängen die Sportler noch einmal eine Extraeinheit dran, um ihren Traum vom schwarzen Gürtel zu verwirklichen. "Der Dangrad, wie der schwarze Gürtel eigentlich heißt, ist natürlich das Ziel eines jeden Kampfsportlers," so Quest, "aber eigentlich merkt fast jeder Judoka während dieses intensiven Trainings vor allem, wie viel ihm eigentlich noch zur meisterhaften Beherrschung seiner Sportart fehlt." Selbst erfolgreiche Wettkämpfer wie Konstantin Ernst müssen sich den begehrten Schwarzgurt hart verdienen. Ein Prüfungsbonus für Wettkämpfer ist nämlich in den Richtlinien nicht vorgesehen. Einzig die Vorbereitungszeit kann für Wettkampferfolge verkürzt werden. Auch kann der erste Dan nicht, wie alle folgenden, vomVerband verliehen werden. Jeder Judosportler muss sich dieser Prüfung auf der Matte stellen, sonst bleibt der Traum vom Schwarzgurt unerfüllt. Und die Kata ist nicht die einzige Hürde. Über 40 Wurftechniken, Haltegriffe, sowie Hebel- und Würgetechniken muss der Prüfling beherrschen, dazu Technikkombinationen und Kontertechniken demonstrieren. Und damit noch immer nicht genug. Zum Abschluss müssen noch Kenntnisse in den Bereichen Wettkampf oder Selbstverteidigung nachgewiesen werden. "So eine Schwarzgurtprüfung dauert immer mehrere Stunden, je nach Teilnehmerzahl", so Quest. "Es gibt zwar immer wieder Pausen, in denen andere Prüflinge dran sind, aber viele scheitern in der Prüfung auch an der Kondition, weil sie zum Schluss einfach nicht mehr in der Lage sind, sauber zu zeigen. was sie eigentlichkönnen." Mittlerweile haben sich Voges und Ernst ihre Kata noch einmal auf Video angesehen und sind von ihrem Trainer auf Fehler hingewiesen worden. Nun stehen Andrea Tetzlaff und Konstantin Ernst für eine neue Runde bereit. Stille liegt über der leeren Matte und die Sportler betreten zeremoniell von außen die Mattenfläche, um sich vor dem Trainer zu verbeugen. Man spürt es, diese Sportler werden den Weg zum schwarzen Gürtel bis zum Ende gehen.

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