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Stadt unterhält 63 Spielplätze / Bauausschuss will sich Problemfälle anschauen / Ärger mit Kendalstraße

"Den Mut haben, Spielplätze auch aufzugeben"

Rinteln (wm). Sage und schreibe 63 Spielplätze gibt es in der Stadt Rinteln - so viele, dass man gestern beim Bauamt der Stadt diese Frage noch nicht einmal spontan beantworten konnte, sondern nachzählen musste. 15 000 Euro lässt sich die Stadt die Unterhaltung dieser Spielplätze pro Jahr kosten. Dafür werden defekte Spielgeräte ausgetauscht, der Sand im Frühjahr erneuert und die Hecken geschnitten. Erst jüngst, so Tiefbauamtschef Helmut Leppin, habe man neue Spielgeräte bestellt.

veröffentlicht am 07.11.2008 um 00:00 Uhr

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Weil der Spielplatz am Steinanger durch die Erweiterung der Fußballplätze praktisch nicht mehr existiert, der Spielplatz in der Westcontrescarpe einem Bauplatz geopfert worden ist, der "Kanonenspielplatz" hinter dem Rathaus für die Öffentlichkeit geschlossen werden soll, waren Rintelns Spielplätze überraschend Thema in der jüngsten Bauausschusssitzung - auf der Tagesordnung hat es nicht gestanden. Besorgt erkundigte sich Gert Armin Neuhäuser (WGS), ob da nicht Ersatzspielplätze geschaffen werden müssten. Der Ausschuss verständigte sich darauf, noch vor Jahresende eine Rundreise zu machen, bei der Spielplätze besichtigt werden sollen - welche konkret, darauf will man sich innerhalb der Fraktionen unter Regie von Heinrich Söffker (SPD) und Günther Maack (CDU) noch einigen. Auch der Verwaltungsausschuss hielt das in seiner Sitzung am Mittwoch für eine gute Idee. In der Diskussion wurde im Bauausschuss am Dienstag schnell deutlich, so einfach ist die Lage nicht. Beispiel Spielplatz an der Kendalstraße: Weil dieser Spielplatz im Sommer Schauplatz nächtlicher Gelage von Jugendlichen ist und in der Folge ständig verwüstet wird, schlug Christoph Dreyer vor, den Spielplatz, der eigentlich wunderschön im Grünen liegt, doch in die Siedlung zu verlegen. Einwand aus der Runde: Würde man den Spielplatz mitten zwischen die Häuser packen, könne man darauf warten, bis sich die ersten Anwohner über die Lärmbelästigung beklagen. Tiefbauamtsleiter Helmut Leppin kennt das Problem: Erst jüngst habe man ein Spielgerät repariert - am nächsten Tag sei es bereits wieder beschädigt worden. Zwar gibt es ein Kinderspielplatzgesetz, nach dem die Gemeinden in Neubaugebieten Spielplätze anlegen müssen, doch was tun, wenn nach einem Jahrzehnt die Kinder der Familien dort aus den Windeln gewachsen sind? Ein Beispiel dafür ist der Kinderspielplatz in Steinbergen Am roten Tor. Dann, so Baudezernent Reinhold Koch, sollte man auch den Mut haben, zu sagen, wir bauen diesen Spielplatz wieder ab. Es habe in der Stadt schon Fälle gegeben, wo Bauwillige überflüssig gewordene Spielplätze als Baugelände hätten kaufen wollen. Spielplätze, darüber macht man sich im Bauamt keine Illusionen, werden durch ihr Konfliktpotenzial ein Dauerthema bleiben: Spielplätze müssen eingezäunt sein, damit sie nicht zum "Hundeklo" verkommen - was Hundebesitzer selten abhält, wie die Hinterlassenschaften in den Sandkästen zeigen. Viele haben ein Spielhäuschen - was Halbwüchsige oder Obdachlose anlockt. Spielplätze sollten einsehbar sein, damit sich Mütter sicher fühlen, was manchmal Nachbarn stört. Und dann wäre da noch der demografische Wandel. Vielleicht, sinnierte gestern Koch am Telefon, werde die Stadt in ein paar Jahren Kinderspielplätze in eine Grünanlage mit Bänken für Senioren umwandeln müssen. Keineswegs eine Utopie. In Nürnberg wird das bereits für das nächste Jahr geplant und im Internet findet man das Zubehör dafür: Hollywood-Schaukeln, Gartenschachspiele und Boccia-Bahnen.



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