weather-image
Im Erinnerungswald ist noch Platz für 15 neue Bäume

Den Bogen zwischen den Generationen spannen

Obernkirchen (rnk). Der Grundgedanke ist, einen Bogen zu spannen: von der Vergangenheitüber die Gegenwart bis weit in die Zukunft hinein - schließlich werden Bäume wie Eiche oder Buche älter als eine Menschengeneration. Doch in den letzten beiden Jahren ist die Idee des Erinnerungswaldes ein bisschen in die Vergesslichkeit entronnen: Seit zwei Jahren wurde neben der Lieth kein Baum mehr gepflanzt.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 12:36 Uhr

Die Idee zum Erinnerungsfeld entstand 1998 im Verkehrs- und Verschönerungsverein, dem damals noch der Garten- und Landschaftsbauer Gerhard Kirchner vorstand. Als Standort wurde nach einem längeren Auswahlprozess das Umfeld der Lieth ausgewählt. Nicht ohne Grund: Dort war der alte Baumbestand teilweise längst überaltert, immer wieder mussten dort Buchen und Eichen gefällt werden. Dadurch entstanden große Lücken, die wieder aufgeforstet werden sollten. Mit dem Pflanzen der Bäume sollte an bestimmte Ereignisse wie Geburten, Hochzeiten, Jubiläen oder zum Gedenken an einen Verstorbenen erinnert werden. Kirchner, der sich in jedem Jahr einmal gründlich im Erinnerungswald umsieht und mit seiner Gärtnertruppe auch die notwendigen Beschneidungen vornimmt, sieht den Wald als "Generationenvertrag": "Dort haben unsere Vorfahren Bäume gepflanzt, über die wir uns heute freuen. Und wir sollten diese Tradition an unsere Nachkommen weitergeben."Jede Generation sollte einen Beitrag leisten, meint Kirchner. Kirchner gefällt das Umfeld der Lieth, weil es stets ein lebendiger Ort war und ist: Dort wurden einst mit dem Blick in die Norddetusche Ebene die Ziegen gehütet, dort wurde gefeiert, dort steht nicht ohne Grund heute die Liethhalle. Hier spüre man ihn, den Geist der Ahnen:. "Bäume zu pflanzen, heißt, an die Zukunft zu denken." Bevorzugte Bäume sind Buchen, Rosskastanie, Eberesche und Eichen, denn sie entsprechen den Standortbedingungen und tragen dazu bei, so Kirchner, "den Charakter dieses ehemaligen Hütewaldes zu erhalten". Bisher sind in den Wintermonaten November bis April, der Pflanzzeit also,über 15 Bäume gepflanzt worden. Es besteht die Möglichkeit, einen kleinen Stein oder eine Erinnerungsplakette am Baum anzulegen. Kirchner rät davon ab, selbst einen Standort zu suchen und dort einen Baum zu pflanzen: "Das macht wenig Sinn." Eichen etwa würden eine Radius von gut 15 Metern benötigen, um sich gut entwickeln zu können, da sollte schon der Fachmann mit einbezogen werden. Und: Der Stammumfang sollte mindestens zehn bis zwölf Zentimeter betragen. Ganz so viel Platz, meint Kirchner, ist nicht mehr: Für rund 15 weitere Bäume sollte er aber noch ausreichen - zur Freude der späteren Generationen.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt