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Landtagsabgeordnete Helmhold informiert sichüber Altenpflege

Demenzkranke im Blickpunkt

Stadthagen (han). Die heimische Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold (Bündnis 90/Die Grünen) hat den "Rosenhof Seniorensitz" in Stadthagen besucht. Im Gespräch mit Geschäftsführerin Edith Seddig informierte sich die pflegepolitische Sprecherin ihrer Fraktion über die Situation in der Altenpflege. Im Zentrum der Unterhaltung stand das Pflegeweiterentwicklungsgesetz, das zusätzliches Geld für die Betreuung Demenzkranker bereitstellt.

veröffentlicht am 27.08.2008 um 00:00 Uhr

Helmhold arbeitete früher als Pflegekraft im "Rosenhof Seniorensitz" und unterrichtete hier als stellvertretende Schulleiterin der Fachschule Altenpflege Stadthagen. Die erwähnten Finanzmittel stehen seit dem 1. Juli bereit und sollen in Fachkräfte investiert werden, die während ihrer rund 100 Stunden umfassenden Ausbildung lernen, Demenzkranke zu betreuen und diese im Alltag zu unterstützen. "Es geht wohlgemerkt nicht um Pflege, sondern um Betreuung und sogenannte ?tagesstrukturierende Maßnahmen'", betonte Seddig. Zudem handele es sich weniger um eine Ausbildung als um eine Zusatzqualifikation. Momentan könnten die Gelder noch nicht ausgeschüttet werden, da es noch keine Richtlinien für die Qualifikation gebe, so die Abgeordnete. Daher sei Eile geboten. Die Qualifikation müsse berufsbegleitend angeboten werden, da Seniorenheime auf diese Weise schneller auf qualifiziertes Personal zugreifen könnten, meinten Helmhold und Seddig übereinstimmend. Der Vorschlag der Bundesregierung, Langzeitarbeitslose als Pflegehilfskräfte zur Betreuung Demenzkranker einzusetzen, sei nur dann akzeptabel, wenn die Arbeitslosen freiwillig bereit seien und sich für diese Aufgabe "kompetent fühlen". "Andernfalls ist es für beide Seiten würdelos", so Seddig. Einig waren sich die beiden Pflege-Expertinnen auch in Bezug auf die Abwesenheitsregelung, die ebenfalls seit dem 1. Juli gültig ist. Falls ein Bewohner für längere Zeit die Seniorenresidenz verlässt, werden 25 Prozent der pflegebedingten Kosten gekürzt. Dies entspreche bei Pflegestufe III 19 Euro pro Tag, rechnete Seddig vor. Diese Regelung sei wirklichkeitsfremd, da die Heime ihre Kosten nicht spontan und im gleichem Maße herunterfahren könnten, so Helmhold und Seddig. Niedersächsische Seniorenresidenzen seien besonders betroffen, da die heimischen Pflegesätze um 20 Prozent niedriger seien als in den übrigen westlichen Bundesländern. Die Bundesregierung habe sich vor der großen Pflegereform gedrückt, alle jetzigen Maßnahmen seien Flickwerk, mit der sich die Regierenden über die Wahlperiode retten wollen, sagte Helmhold.



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