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Alltagsbegleiter - ein neues Berufsbild in der Betreuung / 15 Lehrgangsplätze zu vergeben

Demente "auch mal in den Arm nehmen"

Landkreis (gus). Die Betreuung an Demenz erkrankter Menschen erhält im Schaumburg ein zusätzliches Standbein. So genannte Alltagsbegleiter werden im Zuge einer Kooperation zwischen dem Deutschen Roten Kreuz und dem Bildungsträger IQA von 2008 an ausgebildet.

veröffentlicht am 14.12.2007 um 00:00 Uhr

Marina Glauche (l.) und Ursula Krüger haben den Kooperationsvert

Das neue Tätigkeitsfeld schließt eine Betreuungslücke für Menschen mit Demenz, betonten Vertreter von DRK-Kreisverband und IQA (Innovative Qualifikation in der Alltagsbegleitung) bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. Bislang würden Demenzkranke versorgt, aber nicht betreut. Die meiste Zeit des Tages seien die Patienten ohne Beschäftigung. Die Alltagsbegleiter sollen demnach eine Ergänzung darstellen, die aber nicht Pflege im eigentlichen Sinn ist. Vielmehr gehe es um hauswirtschaftliche Tätigkeiten bis hin zu Zwischenmenschlichem - einen Demenzkranken "auch mal in den Arm zu nehmen", gehört durchaus zum Aufgabenfeld der Alltagsbegleiter, erklärt IQA-Leiterin Marina Glauche. 15 dieser Betreuer werden von März 2008 an ausgebildet. Mehr als 1000 Stunden - bestehend jeweils zur Hälfte aus theoretischer und praktischer Lehre - müssen diese in sieben Monaten absolvieren. Ausbildungsorte sind das DRK-Zentrum, Am Stadtpark 4, in Stadthagen (Theorie) und unterschiedliche Pflegeeinrichtungen sowie ambulante Pflegedienste (Praxis). Interessenten sind nach Worten von DRK-Kreis-Chefin Ursula Krüger bereits vorhanden. Jeder könne sich aber noch bewerben - vergeben werden die Plätze laut Glauche erst im Anschluss an die Bewerbungsgespräche im Frühjahr. Bei einer Veranstaltung am 23. Januar können sich die Interessenten genauer über das Aufgabenfeld der Alltagsbegleiter informieren. Eine berufliche Vorbildung ist nicht erforderlich - Erfahrung in Pflegebereich nach Angaben Glauches sogar eher unerwünscht. Wichtige Kriterien für Alltagsbegleiter seien psychische Belastbarkeit, Toleranz, ein Faible für Hausarbeit und Sympathie für alte Menschen. In das Projekt eingebunden ist auch der Landkreis Schaumburg. Das Jobcenter versucht beispielsweise, geeignete Bewerber zu finden. Der siebenmonatige Lehrgang und die Fahrtkosten können vom Jobcenter oder der ARGE bezahlt werden. Den Bedarf an Alltagsbegleitern im Landkreis hat das Sozialamt nach Worten von Reiner Worbs und Silke Priebe bereits geprüft. Mehr als die Hälfte der Pflegeeinrichtungen habe Interesse an einer solchen Kraft. Deshalb hegt Glauche keine Bedenken, dass die im Oktober fertigen Absolventen des ersten Lehrgangs eine Beschäftigung finden. Erfahrungen außerhalb Schaumburgs seien positiv. Glauche erwartet hier sogar die Ausweitung auf weitere Lehrgänge. Dieser Landkreis sei der zehnte Standort der IQA. In puncto Gehalt werden Alltagsbegleiter zwischen Pflegehelfern und examinierten Krankenpflegern angesiedelt, so Krüger.



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