weather-image

John Mayall geht mit 80 Jahren im nächsten Jahr auf „80th Anniversary Tour“

Dem Blues auf ewig treu

Hannover. Wer die Rolling Stones mit auf den Weg gebracht hat, auf diesen schier nimmer endenwollenden Weg des Rock’n’Roll, wer dazu beigetragen hat, Jagger und Richards und all die anderen teuflischen Vaganten ins selbst entzündete Fegefeuer der Bühnenkunst zu geleiten, darf sich selbst auf die Schulter klopfen. John Mayall hat daraus jedoch nie eine große Geschichte gemacht, er, der doch schon viel eher die in den fünfziger und sechziger Jahren als „Negermusik“ abgestempelte populäre Kulturrevolution einleitete. Die Stones, die kamen nach ihm, die Beatles auch, die wurden bekannt, da hatte Mayall den Blues schon so weit vorangetrieben, dass sein Stil als „weißer Schwarzer“ für den Beat und den Rock’n’Roll sich lechzend als roter Teppich ausbreitete. So einen Typen, einen mit Mut, einen, in dessen Venen ein Zeugs fließt, das einer Kraftbrühe nach Omas Rezept gleichkommt, hat die Musik gebraucht. Und braucht sie heute noch, allein, um ihn zu feiern. John Mayall wird 80 Jahre jung!

veröffentlicht am 04.07.2013 um 16:10 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:13 Uhr

270_008_6451785_frei101_0607_Mayall.jpg
Jens Meyer

Autor

Jens Meyer Leiter Redaktion PR- und Sonderthemen zur Autorenseite

Wie wohl anders hätte Mister Blues seine Tournee nennen können als „80th Anniversary Tour“? Vielleicht ist ihm das Motto auch piepegal, vielleicht hat der Meister irgendeinem Manager gesagt, sich irgendetwas einfallen zu lassen, er selbst will einfach nur Musik machen. Kein Schickimicki, keine große Show, die Show ist er höchstselbst. Am Mittwoch, 2. April 2014, ab 20 Uhr im Capitol Hannover. Eintrittskarten gibt es im Vorverkauf, und wann, wenn nicht jetzt gleich, sollte man sich die Tickets besorgen, denn mit John Mayall kommt nichts weniger als einer der größten Blues-Musiker aller Zeiten in die Landeshauptstadt. Hätten sich seine Eltern sicher nicht in ihren kühnsten Träumen vorgestellt, als ihr John am 29. November 1933 in Macclesfield, einer englischen Kleinstadt nahe dem Industriezentrum Manchester, das Licht der Welt erblickte. Er war das älteste von drei einfachen Arbeiterkindern und wuchs im Schatten des Zweiten Weltkrieges mit der ausgedehnten Jazz-Sammlung seines Gitarre spielenden Vaters auf. So entdeckte John Mayall seinen Hang zum Blues. Beeinflusst von Größen wie Leadbelly, Albert Ammons, Pinetop Smith und Eddie Lang unterrichtete er sich ab seinem 13. Lebensjahr selbst und entwickelte dank des Klaviers eines Nachbarn, einigen geborgten Gitarren und gebrauchten Mundharmonikas seinen unverwechselbaren Stil. Heute gilt Mayall neben Alexis Korner als „Vater des britischen Blues“ und „Vater des weißen Blues“.

Rückblick auf die goldenen Jahre: Von 1956 bis 1962 trat John Mayall öffentlich als Teilzeitkraft der Band The Powerhouse Four, später in The Blues Syndicate umbenannt, in Erscheinung. Dann erwies sich Alexis Korner`s Blues Incorporated als Pionier dessen, was anschließend als „The British Blues Boom“ der späten Sechziger bekannt wurde. Alexis ermutigte und half John Mayall, nach London umzuziehen und dort in genügend Clubs zu spielen, um hauptberuflich unter dem Namen John Mayall’s Bluesbreakers arbeiten zu können. Nach einigen Jahren und mehrfachen Umbesetzungen traf er in Eric Clapton einen Seelenverwandten, der die Yardbirds verlassen hatte, um den Blues zu spielen. Diese historische Vereinigung gipfelte in dem ersten Hitalbum der Bluesbreakers und begründete seinen weltweiten Legendenstatus.

Der Junge mit der Mundharmonika: John Mayall, Begründer des „weißen Blues“, ist einer der Wegbereiter für die populäre Musik und wurde durch Alexis Korner berühmt. Im kommenden Jahr wird er achtzigjährig die nächste Tournee bestreiten.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt