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Schon Kolumbus baute auf die Vitamine in dem Gemüse / Viele Sorten gibt’s jetzt preisgünstig

Deftige Winterküche ohne Kohl? Undenkbar!

Hameln(kar). Schon Kolumbus schätzte den Weißkohl: Zu Sauerkraut verarbeitet, schützte er die Seeleute vor der gefürchteten Mangelkrankheit Skorbut. Ohne Holzfässer mit Sauerkraut an Bord stachen weder Kolumbus noch James Cook in See. Was den Kohl schon damals so wertvoll machte, sind seine Vitamine und Mineralstoffe. Er lässt sich nach der Ernte viele Wochen lagern, weiterverarbeiten und konservieren.

veröffentlicht am 11.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 19.11.2009 um 17:05 Uhr

Winterküche

Hameln(kar). Schon Kolumbus schätzte den Weißkohl: Zu Sauerkraut verarbeitet, schützte er die Seeleute vor der gefürchteten Mangelkrankheit Skorbut. Ohne Holzfässer mit Sauerkraut an Bord stachen weder Kolumbus noch James Cook in See. Was den Kohl schon damals so wertvoll machte, sind seine Vitamine und Mineralstoffe. Er lässt sich nach der Ernte viele Wochen lagern, weiterverarbeiten und konservieren.

In der Winterküche sind Weißkohl, Rotkohl, Wirsing, Grünkohl und Rosenkohl das Top-Thema. Sie liefern die Vitamine A, E, C und K: A ist gut für die Augen, E beliebt als Anti-Aging-Vitamin, C der Dauerbrenner zur Stärkung der Abwehrkräfte, und K ist unerlässlich für die Blutgerinnung. Dazu kommen Mineralstoffe wie Kalzium, Kalium und Eisen, die in diesen Gemüsesorten reichlich vorhanden sind. Wer viel Kohl isst, haben Wissenschaftlicher herausgefunden, geht ein geringeres Risiko ein, an Dickdarmkrebs und anderen Tumorarten zu erkranken. Rosenkohl wird überdies als Beta-Carotin-Lieferant eine gefäßstärkende und krebsvorbeugende Wirkung zugeschrieben. Gesunde Gründe genug, um das Gemüse auf den Speiseplan zu setzen und sich mit Kohl auf dem Wochenmarkt einzudecken. Denn dort ist er teilweise preisgünstiger als im Supermarkt zu bekommen, knackfrisch und aus heimischem Anbau.

Ein Kilo Weiß- und Rotkohl gibt es dort schon ab 80 Cent. Wirsing zum Stückpreis und je nach Größe ab 50 Cent. Ein Kilo Rosenkohl gibt es ab 2 Euro, ein Kilo Grünkohl ab 1 Euro. Spitzkohl kann man schon für 70 Cent haben. „Aber seine Zeit ist eigentlich vorbei“, sagt Landwirt Achim Pook, bei dem vor allem Wirsing nachgefragt wird. Das ist an anderen Marktständen nicht anders: Wirsing erfreut sich wachsender Beliebtheit. „Das liegt wohl daran, dass die Verbraucher entdeckt haben, dass man auch aus Wirsing prima Kohlrouladen machen kann“, vermutet Pook. Beim Kauf von Grünkohl halten sich die Kunden derzeit noch zurück, haben die Marktbeschicker festgestellt. Weil er seinen Geschmack erst richtig entfaltet, wenn er Frost abbekommen hat, wird er am liebsten im Januar gekauft. „Dabei ist er jetzt qualitativ besser und zarter“, weiß Pook.

Nicht überall auf dem Markt zu haben, aber auch eine gesunde Kohl-Variante ist der Chinakohl, den der Marienhof Esperde biologisch anbaut und das Kilo für 2,20 Euro anbietet. Der zarte Chinakohl lässt sich zu Salat verarbeiten oder dünsten.

Da Kohl zu rund 90 Prozent aus Wasser besteht, nur einen geringen Energiegehalt hat und neben Vitaminen und Mineralstoffen auch viele Ballaststoffe besitzt, ist er das perfekte Gemüse zum gesundheitsbewussten Sattessen. Und man kann Kohl in so vielen Variationen zubereiten, dass er immer wieder für Abwechslung in der Küche sorgt und nie langweilig wird. Geschmort, gedünstet oder gekocht ist das Wintergemüse als Beilage beliebt, als Weißkohleintopf, Irish Stew oder Kohlroulade wird es als deftiges Hauptgericht geschätzt. Um die empfindlichen Vitamine des Kohls zu schonen, sollte er frisch zubereitet und nicht zu lange erhitzt werden.

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