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Skulpturen des verstorbenen Bildhauers Michael von Busch im Besucherbergwerk

Deformierte Körper ohne Kopf - Formsprache ohne Gefälligkeiten

Kleinenbremen (ly). Deformierte Körper, überlängte Proportionen, Menschen ohne Kopf: Michael von Busch hat eine ganz eigene Formsprache entwickelt. Mit einer Ausstellung im Medienraum des Kleinenbremer Besucherbergwerks ehrt der Kunstkreis Porta Westfalica den 2002 gestorbenen Bildhauer posthum.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 13:36 Uhr

Einführung in die Ausstellung (v.l.): Hans Bonorden, Vorsitzende

"Es ist zugleich Michael von Buschs erste Einzelausstellung", erklärt Dietmar Lehmann, Direktor der Volkshochschule Minden, der das Werk kennt wie kaum ein anderer. Zu sehen ist die jetzt eröffnete Skulpturen-Schau bis zum 30. Oktober, und zwar dienstags, donnerstags und samstags von 10 bis 16 Uhr, an Sonntagen von 9 bis 13 Uhr. Michael von Busch, von Beruf technischer Zeichner und bis zu seinem plötzlichen Tod mit 57 Jahren Mitglied der 1994 von ihm selbst gegründeten Mindener Ateliergemeinschaft Bachstraße, war erst recht spät zur Bildhauerei gekommen. Umso schneller machte der Künstler sich einen Namen. "Er hat einen sehr eigenwilligen Weg des persönlichen Ausdrucks gefunden", so VHS-Chef Lehmann in einer Einführung. "Michael von Busch hatte das Potenzial, eine Formsprache zu finden, die nicht an Vorbildern der Kunstgeschichte verhaftet blieb. Gefälligkeiten verweigerte er sich." Als Person sei Michael von Busch bescheiden gewesen, im Umgang mit seiner Kunst zurückhaltend. Gezeigt wird auch eine Porträt-Büste des Künstlers, gestaltet von Atelier-Kollegin Gudrun Wentz. Dr. Gerhard Franke, Leiter des Kleinenbremer Museums für Bergbau und Erdgeschichte, zeigte sich "stolz, dass wir dieser bemerkens- und beachtenswerten Ausstellung ein Zuhause bieten dürfen". Die Schau falle in eine Phase der Öffnung des Museums, erklärte Franke und nannte als Beispiele Schmiedetage, Steinhauerei im eigenen Atelier, die Werkstatt zur Präparation von Fossilien sowie den Gesteinsgarten, der bis zum Frühjahr fertig sein soll. "All dies zeigt unser Bemühen um Vielfalt, Lebendigkeit und nicht zuletzt Tradition", fasste der Museumschef zusammen.

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