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Röcker liefern Inline-Padding-Anlage aus / 22 500 Schalen pro Stunde / Riesige Nachfrage

Deerberg technologischer Marktführer

Röcke (bus). Das so genannte Inline-Padding-Verfahren erregt derzeit in der Verpackungsbranche allerhand Aufsehen. Der Begriff umschreibt nicht etwa eine Spielart buhlerischer Annäherung in der Rollschuh-Szene sondern das Einlegen und Fixieren von Saugpads in Kunststoffschalen. Die Nachfrage nach solchen Schalen ist riesengroß. "Allein in der Bundesrepublik wohl vier Milliarden Stück pro Jahr", schätzen Bernd Nenast und Manfred Garling vom Röcker Maschinenbauunternehmen Rolf Deerberg.

veröffentlicht am 26.06.2007 um 00:00 Uhr

Friedel Pörtner (von links), Projektleiter Wolfgang Stahlhut, Ma

Die Röcker haben jetzt eine Maschine ausgeliefert, die den Prozess vollautomatisch erledigt. "Mit diesem Aggregat gelten wir als technologischer Marktführer in Europa", unterstreichen der Geschäftsführer und der Leiter Technik/Vertrieb der GmbH. Die mit einem saugfähigen Vlies (Pad) ausgerüsteten Behältnisse werden vor allen Dingen von der Lebensmittelindustrie nachgefragt. "Mit stetig wachsender Tendenz", erläutern Nenast und Garling. Derzeit geht es hauptsächlich um die sterile Verpackung von Frischfleisch. In Röcke hat unterdessen ein spanischer Produzent Interesse signalisiert, das patentrechtlich geschützte Verfahren auf dem Weichobstsektor einzusetzen. Für den Technologievorsprung der heimischen Spezialisten ist insbesondere deren Erfahrung auf dem Gebiet des Schweißens per Ultraschall verantwortlich. Nenast: "Das betrachten wir als Kernkompetenz unseres Hauses. Bei der Verbindung thermoplastischer Kunststoffe mittels Schallwellen von sehr hoherFrequenz haben wir zahlreiche wirtschaftliche Lösungen realisiert. Modernste Digitaltechnik erlaubt die präzise Steuerung des Schweißvorgangs und gewährleistet hochfeste Verbindungen mit gesicherter Wiederholgenauigkeit." Bei der Verarbeitung von Verbundmaterial, Papier und Vliesen seien kontinuierlich laufende Fertigungsverfahren gefragt, die hohe Geschwindigkeit mit maximaler Präzision verbinden - die jüngst ausgelieferte Maschine stößt etwa 22 500 Schalen pro Stunde aus. Garling kündigt als weitere mögliche Entwicklungsschritte die Verwendung nachwachsender Rohstoffe statt erdölbasierter Kunststoffe als Verpackungsmaterial und das direkte Zusammenwirken mit der verarbeitenden Industrie an. Für Ersteres steht eine Zusammenarbeit mit der Fachhochschule (FH) Hannover zu erwarten, für das zweite Vorhaben ist eine Kooperation mit dem Fleisch- und Wurstwarenproduzent "Bauerngut" denkbar. "Mittel- bis langfristig hervorragende Perspektiven", fasste Friedel Pörtner seine Eindrücke zusammen, der sich während eines Besuchs den aktuellen Stand der Dinge aufzeigen ließ. Der Landtagsabgeordnete kündigte an, Kontakt zu Professor Hans-Josef Endres aufnehmen zu wollen, der an der FH unter anderem das Lehrgebiet "Stoffliche Nutzung nachwachsender Rohstoffe" betreut. Pörtner war speziell über eine in Schweden spielende Begebenheit verblüfft, mit der Nenast und Garling die internationale Konkurrenzfähigkeit des Unternehmens untermauerten. Ein schwedischer Staubsaugerbeutel-Produzent hatte für eine Weile chinesischen Mitbewerbern den Vorzug gegenüber den Röckern gegeben, ist nun aber zur Deerberg GmbH zurückgekehrt. Einer der Beweggründe der Skandinavier: "China liefert hervorragende Muster, die Qualität nimmt aber mit jeder Lieferung ab."



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