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DDR – was war das denn?

Immer wieder wird in den letzten Tagen über die DDR gesprochen. Die Abkürzung steht für Deutsche Demokratische Republik. Sie wurde vor 60 Jahren, am 7. Oktober 1949, gegründet. Aber was war das eigentlich? Und wohin ist dieses „andere Deutschland“ verschwunden?

veröffentlicht am 08.10.2009 um 19:00 Uhr

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Nachdem Deutschland den Zweiten Weltkrieg verloren hatte, teilten die USA, Großbritannien, Frankreich und die Sowjetunion Deutschland in vier Zonen auf, in denen sie das Sagen hatten. In den drei Besatzungszonen im Westen wurde 1949 die Bundesrepublik Deutschland gegründet. Zwischen der Sowjetunion und den anderen drei Besatzungsmächten herrschte Streit: Die USA, Großbritannien und Frankreich waren demokratische Länder, in denen die Menschen ihre Regierung frei wählen konnten. So sollte es auch in Deutschland sein. Die Sowjetunion war eine kommunistische Diktatur.

Fünf Monate, nachdem die Bundesrepublik gegründet worden war, gründete die Sowjetunion in Ostdeutschland die DDR.

Eine Partei kontrollierte alles

Von Anfang an wurde in der DDR – genau wie in der Sowjetunion – eine Parteidiktatur errichtet, das heißt, dass nur eine Partei regierte. Durch Wahlen sollte der Anschein erweckt werden, die DDR sei demokratisch, das Volk dürfe also selbst entscheiden. Aber im Grunde hatte das Volk nichts zu sagen. Wer gegen den Staat war, wurde bestraft.

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Die Menschen durften die DDR nicht verlassen. Das wurde durch die Grenze streng gesichert: Viele Menschen, die flüchten wollten, wurden von Grenzsoldaten erschossen. Außerdem gab es Stacheldraht, Minenfelder, Selbstschussanlangen, Wassergräben und freilaufende gefährliche Hunde.

Auch Deutschlands Hauptstadt Berlin war geteilt: Der Osten von Berlin gehörte zur DDR, der Westen zur Bundesrepublik. Im August 1961 wurde dort eine Mauer mitten durch die Stadt gebaut.

In der DDR wurde so ziemlich alles kontrolliert.

So waren die meisten Kinder in einer vom Staat geregelten Organisation, der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

Auch die Art einzukaufen war anders als bei uns: Vieles gab es oft einfach nicht – zum Beispiel Bananen oder Orangen. Aber auch andere Sachen wurden häufig knapp. Sogar das Toilettenpapier.

Vor zwanzig Jahren gingen immer mehr Menschen in der DDR mutig auf die Straße und forderten bei Demonstrationen freie Wahlen und offene Grenzen. Am 9. November 1989 wurde endlich die Mauer geöffnet, 1990 trat die DDR der Bundesrepublik bei. Deutschland ist wieder vereint.pa

Oben: In einem DDR-Museum wird das alte Wappen des ostdeutschen Staates entstaubt. Links: Die Grenze zwischen Ost und West war streng gesichert. Unten: Demonstrationen leiteten 1989 das Ende der DDR ein.

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