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Schaumburg-Wetter: September viel zu nass, Goldener Oktober noch zögerlich

Dauerregen: 54 Liter in 72 Stunden

Landkreis. Bis zum Wochenende kann sich de r Goldene Oktober nur zögernd und bestenfalls vorübergehend durchsetzen. Schuld daran sind schwache Tiefausläufer über Norddeutschland, die sich unter Hochdruckeinfluss nur sehr langsam auflösen. Wolken-, Nebel- und Hochnebelfelder und ein schwacher Wind sorgen deshalb meistens für trübe Stimmung am Himmel, anfangs auch noch für etwas Regen. Am Wochenende kann sich die Sonne häufiger durchkämpfen und die Temperaturen auch mal in Richtung 20 Grad schieben. Wenn nicht, bleibt es bei 15 Grad. Nachts werden acht bis zehn Grad erreicht.

veröffentlicht am 04.10.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Reinhard Zakrzewski

Typisch für den September waren, wie schon in den vergangen Monaten, die enormen Niederschläge. In Schaumburg fiel örtlich mehr als das Doppelte der normalen Monatsmenge (Bückeburg 101 Liter/m², das sind 187 Prozent). Bis zu einem Drittel davon gingen auf das Konto von Unwettertief "Faysal", das am Wochenende aus dem Golf von Genua über die Ost-alpen nach Norddeutschland zog und sich mit stundenlangem Dauerregen entlud. 45 bis 95 Liter/m² rauschten im Einzugsgebiet der Weser in nur 72 Stunden vom Himmel. Entsprechend schnell traten die Weser und ihre Nebenflüsse über die Ufer. Bückeburg brachte es vom 27. bis 29. September auf 46 Liter, die neue Niederschlagsmessstelle des Deutschen Wetterdienstes in Rinteln/Volksen auf 54 Liter und Barsinghausen auf 61 Liter Regen/m². Temperaturen und Sonnenschein hielten sich dagegen an die langjährigen Vorgaben. So war der vergangene Monat im Vergleich zum Klimamittel 1961 bis 1990 im Landkreis Schaumburg mit durchschnittlich 13,7 Grad nur geringfügig (0,3 Grad) zu kühl und die Sonne legte mit 128 Stunden (Bückeburg) sogar eine Punktlandung hin. Allerdings fehlten die obligatorischen ein bis zwei Sommertage (25 Grad und mehr). Die Höchsttemperatur wurde erst spät am 23. September gemessen, der tiefste Wert dagegen recht früh am 5. September (Bückeburg 23,9 Grad, bzw. 4,7 Grad). Zum Vergleich der Traumseptember 2006: Er verwöhnte uns mit durchschnittlich 18,5 Grad Wärme, sage und schreibe zwölf Sommertagen, knapp zehn Litern Regen und über 200 Sonnenstunden. Nach dem vielen Nass der vergangen Monate sehnen wir uns nach einem "Goldenen Oktober". Dieser Begriff beschreibt eine verhältnismäßig sonnige und trockene Witterungsperiode, die sich überdurchschnittlich häufig zwischen dem 9. und 22. Oktober, hauptsächlich aber vom 12. bis 16. Oktober, einstellt. Bis zur Monatsmitte sind dann bei günstigen Bedingungen 25 Grad drin und selbst im letzten Monatsdrittel kann es noch 20 Grad geben. Voraussetzung dafür: Ein stabiles Hochdruckgebiet über Mitteleuropa, am besten aber eine nördliche bis westliche Randlage. Dann weht ein frischer Süd- bis Westwind, der den Morgennebel rasch vertreibt und die einströmende Warmluft, auch bei der schon tief stehenden Sonne, bis zum Boden durchmischen kann.



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