weather-image
29°
Warentester monieren laxen Umgang mit vertraulichen Informationen

Datenschützer knöpfen sich nun die Postbank vor

Bonn/Hameln (rtr/afp). Die Postbank ist ins Visier der Datenschützer geraten. Mitarbeiter der Behörde überprüfen den Umgang mit vertraulichen Kontodaten, sagte gestern eine Sprecherin der Datenschutzbehörde in Nordrhein-Westfalen. Es habe Beschwerden von Kunden gegeben. Insbesondere werde untersucht, ob die 4000 freien Berater Kontobewegungen einsehen konnten. Dies sei selbst dann unzulässig, wenn ein Kunde eine Einwilligungserklärung der Postbank – zu der auch der Hamelner Baufinanzierer BHW gehört – zur Weitergabe von Daten unterschrieben habe.

veröffentlicht am 29.10.2009 um 14:32 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Laut „Finanztest“ schauen die freien Postbank-Berate

Die „Stiftung Warentest“ wirft der Postbank vor, dass sie Daten ihrer Kunden über deren Vermögenslage und Kontobewegungen an die freien Berater weitergeleitet habe, um den Verkauf hauseigener Produkte anzukurbeln. Die Berater bräuchten nur den Namen und das Geburtsdatum von Kunden in die Unternehmensdatenbank einzugeben, um detaillierte Informationen zu erhalten, schreibt „Finanztest“. Auch wenn der Kontoinhaber der Weitergabe seiner Daten nicht zugestimmt habe, könnten die Berater die Informationen lesen. „Finanztest“ liegen angeblich die Kontendaten und Briefwechsel zahlreicher der 14 Millionen Postbank-Kunden vor. Darunter befänden sich auch Prominente wie der Chef des Axel-Springer-Konzerns, Mathias Döpfner, oder der Ex-Präsident von Borussia Dortmund, Gerd Niebaum.

Einer internen Postbank-Anweisung zufolge sollen die Daten den freien Handelsvertretern der 2006 gegründeten Postbank Finanzberatung AG beim Verkauf von Postbank- und BHW-Produkten helfen. Sobald ein höherer Betrag auf einem Konto eingehe, könnten die Berater die Kunden anrufen, um Geldanlagen zu verkaufen, berichtet „Finanztest“. Die Postbank gebe ihren Mitarbeitern vor, diese Informationen zu nutzen, vor Kunden aber geheim zu halten.

Die Postbank betont, die Weitergabe der Daten an freie Handelsvertreter erfolge „unter strengster Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen“. Die Berater erhielten nur Zugriff auf Daten, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben benötigten. Sollte es zu Verstößen gekommen sein, werde die Postbank strafrechtliche Schritte einleiten.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare