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CDU thematisiert Bauprojekte, will Dörfer näher zusammenbringen

"Das wird eine Heidenbuddelei"

Hohnhorst (tes). Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes Hohnhorst, Otto Tatge, hat bei der Jahresversammlung die gute Stimmung für eine Dorferneuerung in Rehren begrüßt. Er warb dafür, mit Bürgern aus allen Teilen der Gemeinde einen Workshop auf die Beine zu stellen, um über die Entwicklung des ländlichen Raums zu diskutieren. Ziel sei es, innerhalb der drei Dörfer mehr Gemeinsamkeiten aufzubauen, die Attraktivitätder Wohnorte zu steigern und deren Zukunft zu sichern.

veröffentlicht am 20.03.2008 um 00:00 Uhr

Die Zeichen stehen auf Sanierung. Wie Vorstandsmitglied Otto Tegtmeier sagte, wird die alte Bausubstanz vernachlässigt. Er warnte vor einem "Ausbluten der Dorfkerne". Helfen könnte, so Gastreferent Joachim Runkel, ein Förderprogramm, um alte Bausubstanz energetisch zu sanieren. Die Gefahr des Bevölkerungsschwunds in den Dörfern sah Bürgermeister Otto Lattwesen in Hohnhorst nicht: "Wir haben noch Zuwächse und konnten lange die Nachfrage nach Bauflächen kaum stillen." Probleme brächten vielmehr die Hürden bei der Umnutzung von landwirtschaftlichen Gebäuden. Zudem habe die Samtgemeinde festgelegt, dass der innere Ortskern nicht bebaut werden darf. Klärungsbedarf besteht laut Tatge in Bezug auf die Schäden durch Transportfahrzeuge für Rüben und Mais. "Die Situation der Feldwege belastet uns", bestätigte Lattwesen. Er könne die Entscheidung der Stadt nicht verstehen, den als Weg zur Biogasanlage geplanten Feldweg in Kreuzriehe zu sperren. In der Folge bewege sich dieser gesamte Verkehr durch die Gemarkung Hohnhorst. "Die Wege halten diese Belastung nicht aus", forderte Lattwesen dringend eine Lösung. In einem Gespräch mit Minister Hans-Heinrich Ehlen habe er bereits erörtert, ob die beteiligten Gemeinden Fördermittel erhalten können, um den Fliegenweg entsprechend ausbauen zu lassen. Auch beim Landkreis soll nach Zuschüssen angefragt werden. Mit der aktuellen Situation wolle sich die Gemeinde nicht abfinden, so Lattwesen: "Es kann nicht sein, dass die Hohnhorster die Leidtragenden sind." Sparen könnten Landkreis und Gemeinden durch mehr interkommunale Zusammenarbeit, waren sich die CDU-Ratsherren einig. Rodenberg und Nenndorf sollten nicht nur ihre Bäder teilen, sondern auch einen Bauhof. Als "haarsträubend" bezeichnete Cord Lattwesen, Mitglied im Samtgemeinderat, die Organisation in der Nenndorfer Verwaltung. Die Zusammenarbeit stelle sich - insbesondere mit dem Bauamt - als sehr schwierig dar, weil keine langfristigen Pläne abgearbeitet werden könnten und die Ratsleute mangels Vorlagen "ad hoc" entscheiden müssten. Im Spätsommer beginnt der lang ersehnte Ausbau der Hauptstraße, der auch eine Erneuerung der Regenwasserleitungen beinhaltet. "Das wird eine Heidenbuddelei", bat der Bürgermeister Anwohner um Verständnis. Er könne deren Bedenken verstehen. "Manche Häuser liegen nur einen Meter von der Fahrbahn entfernt." Enteignungen werde es aber nicht geben. Nach Installation der Halbschranken können Fahrzeuge aus Sicherheitsgründen künftig vom Parkplatz am Kindergarten nur noch rechts abbiegen. Zudem wird ein Vorhang vor der Gleisanlage Kinder davon abhalten, auf die Schienen zu laufen. Die Ausschreibung für das Baugebiet in Hohnhorst erfolgt am 18. März. Dann werden auch die Grundstückspreise bekannt gegeben. Bisher bekamen Kaufinteressierte keine Auskunft und wandten sich an die Gemeinde, die ebenfalls auf Informationen von der Sparkasse wartete. "Schade, wie es gelaufen ist", bedauerte der Bürgermeister diese schleppende Bearbeitung. "Einige Bauwillige sind schon abgesprungen." Ab Mai/Juni starten die Arbeiten an der Baustraße. Für Diskussionsstoff sorgte der Antrag des Vorstandes, den Mitgliedsbeitrag auf 60 Euro festzulegen. Bisher zahlte jeder so viel wie er wollte. Die Beiträge reichten kaum aus, um die Abgaben zu decken. "Wir zahlen nur ein", kritisierte Rudolf Früke. Dennoch wurde der Antrag bei drei Enthaltungen angenommen. Otto Lattwesen regte an, über eine Straffung der Parteistruktur nachzudenken.



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