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Thema: Zwangsverheiratung, Ehrenmorde, Genitalverstümmelung

"Das Wegsehen erschweren"

Stadthagen (sk). In der "Alten Polizei" ist bis zum 11. März eine Textdokumentation zu den Themen Zwangsverheiratung und Ehrenmorde sowie Genitalverstümmelung von Frauen zu sehen. Die Künstlerin Ute Kaul hat Texte hierzu zusammengetragen, die Grafikerin Birgit Götting die Rechercheergebnisse auf 21 wandhohen Seiten gestaltet.

veröffentlicht am 05.02.2007 um 00:00 Uhr

Ute Kaul (l.) präsentiert ihre Dokumentartexte im Kommunikations

"Sie" verhindere Krankheiten und sorge für ein strahlendes Gesicht. "Sie" garantiere die Jungfräulichkeit und Treue der Frau und halte die Frau von Drogen fern. Mit solchen und ähnlichen Argumenten, die auf einem der Textdisplays abgedruckt sind, argumentieren Befürworter der weiblichen Beschneidung das grausame Ritual. Kaul bestand in ihrem Vortrag zur Ausstellungseröffnung auf dem Begriff Genitalverstümmelung. Der Leser erfährt unter anderem, dass die Beschneidung weder vom Koran gefordert noch eine "Erfindung" desselben ist, weiterhin, dass es gegen die Beschneidung in Deutschland zwar keine spezielle Gesetzgebung gibt, diese aber als Delikt gegen die körperliche Unversehrtheit strafbar ist. Unter vielen Gesichtspunkten hat Kaul zu den Tabu-Themen recherchiert. Die Künstlerin aus Belm bei Osnabrück ist von Haus aus Malerin und Grafikerin. Durch ihre beschäftigungstherapeutische Arbeit in der Justizvollzugsanstalt Vechta kam Kaul mit dem Thema Gewalt gegen Frauen in Kontakt, erfuhr viele persönliche Geschichten. Weg von der Leinwand hin Recherche und Dokumentation führte dann der Weg der Künstlerin. Mit ihrer informativen Arbeit, die rundum die Wände in einem Raum im ersten Stock der "Alten Polizei" bekleidet, will Kaul angesichts der genannten Menschenrechtsverletzungen das "Wegsehen erschweren". Die Ausstellung findet auf Initiative der Beratungs- und Interventionsstelle bei häuslicher Gewalt (BISS) statt. Wer die Dokumentation sehen will, sollte sich als Einzelperson kurz informieren, zu welchen Zeiten der Raum, der auch zu anderen Zwecken genutzt wird, frei ist. Die "Alte Polizei" ist telefonisch montags bis freitags von 9 bis 12 Uhr und von 15 bis 18 Uhr unter (05721) 89 37 70 erreichbar. Gruppen, zum Beispiel Schulklassen, bekommen eine Begleitung durch die Ausstellung und müssen sich ebenfalls anmelden. Dies kann bei der "BISS"-Stelle, Bahnhofstraße 15a, (05721) 99 51 21, erfolgen.



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