weather-image
25°
53 Jahre waren die Trachten bei den Weilands der Lebensinhalt / Vereinsfundus geht in andere Hände

"Das war unser Leben, das war unsere Familie"

Bückeburg (mig). "Das war unser Leben, unsere Familie", erzählt Helga Weiland, während sie zusammen mit ihrem Mann Heinrich und Gründungsmitglied Waltraud Engelking die letzten Trachten zusammenpackt. Aus gesundheitlichen Gründen musste Heinrich Weiland nach 53 Jahren sein Amt als Vorsitzender abgeben. Jetzt wird der Vereins-Fundus in andere Hände übergeben.

veröffentlicht am 22.02.2007 um 00:00 Uhr

Nach 53 Jahren ist alles vorbei: Helga und Heinrich Weiland räum

In der Dachkammer der Weilands stapelt sich ein ganzes Vereinsleben: An der Wand hängen 22 Trachten, auf dem Boden stehen Kartons mit Gastgeschenken. "Das muss alles raus", erläutert Heinrich Weiland und deutet auf die Kisten. Einige Sachen sind schon zusammengestellt, andere stehen noch auf ihrem ursprünglichen Platz - aufatmen kann das Ehepaar erst, wenn die letzten Stückeaus dem Haus sind. "Wir können die Verantwortung dafür einfach nicht mehr übernehmen", sagt Helga Weiland und befestigt kleine Schilder am Plastikschutz: "Das ist alles unersetzlich." Das diesen Schätzen etwas passieren könnte, ist ihre größte Sorge. Seitdem die Trachtengruppe vor über fünf Jahrzehnten ins Leben gerufen wurde, hat die ehemalige Kassenwartin die "roten Röcke" vor Mottenfraß geschützt, Löcher ausgebessert und Verzierungen gestickt. "Bei einigen Arbeiten braucht man sogar eine Drahtzange", sagt sie leise. Obwohl die Arbeit manchmal zu viel wurde, hatte sie immer Spaß daran, für die Gruppe aktiv zu sein. Seit der Jahreshauptversammlung aber ist Schluss mit dem ehrenamtlichen Sticken: "Meine Hände können einfach nicht mehr." Das Stück, das sie gerade fertiggestellt hat - ein so genanntes "ausgenähtes Tuch" - ist deshalb das letzte in einer langen Reihe. "Das behalte ich für mich, als Erinnerung", meint sie wehmütig. Ob die Trachtengruppe Röcke auch in Zukunft bestehen bleibt, kann das Ehepaar Weiland nicht sagen. Stattdessen denken die beiden lieber an glanzvolle Zeiten zurück: an Europeaden mit Tausenden Teilnehmern oder Auftritte mit Showgrößen. Ganz vom Trachtentanz lassen, können sie aber auch in Zukunft nicht: "Da mein Mann immer noch im Vorstand der Europeade mitwirkt, werden wir auch zum nächsten Treffen nach Kolding in Dänemark fahren."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare