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Meister des musikalischen Kabaretts: Arnim Töpel begeistert ausverkauftes Haus bei der Nachtausgabe

Das Rätsel menschlicher Beziehungen ist gelöst

Bückeburg. Die Nachtausgabenreihe der Volksbank in Schaumburg und unserer Zeitung hätte nicht besser fortgesetzt werden können: In der Kundenhalle des Kreditinstitutes war nämlich jeder Platz besetzt, als der musikalische Kabarettist Arnim Töpel über Rätsel menschlicher Beziehungen schwadronierte, die einen Mann und Vater (wie ihn) mitten im Leben - also um die 40 - bewegen.

veröffentlicht am 08.11.2007 um 00:00 Uhr

Liebenswürdiger Klaps für deutsche Eigenheiten: Kabarettist Arni

Autor:

Dietlind Beinßen

Mit Esprit und Hintersinn plauderte und sang der studierte Heidelberger Jurist und Ex-Radiotalker in seinem Programm "Sex ist keine Lösung" über Scheidungs- und Scheinscheidungs-Geschichten, über hausgemachte Krisen und andere Details aus der Beziehung mit Sonja und der drei Jahre alten Tochter Klara, die sich wie ein roter Faden durch das Zweistunden-Repertoire zog. Es wimmelte vor häufig tiefgehenden Gedankensplittern jeglicher Art und erreichte die Zuhörer in den ersten Minuten noch nicht alle, zumal es kaum Übergänge gab, denn ein Thema jagte das andere. Woran man sich aber dann schnell gewöhnte, ganz besonders, wenn Arnim Töpel zwischendurch halb versteckte Pointen ins Publikum sickern ließ, und eine Variante schräger Dittsche-Logik aufkeimte. Im nächsten Moment erinnerte er durch Ausdruck und jazzig-bluesigen Klaviersound ein bisschen an Konstantin Wecker und Co. Ansonsten hatte der Profi geistreich-hemmungslose Wort- und Gedankenspiele mit einem erklärten Ziel in petto, deutsche Eigenheiten herauszuarbeiten und denen einen liebenswürdigen Klaps zu verleihen. Oft fühlte man sich im Boot, manchmal ertappt - und trotzdem gut aufgehoben. Als sich Arnim Töpel im zweiten Teil outete, ein introvertierter Kurpfälzer zu sein, der Verkündigungen hasste, aber lustige Einblicke in einen Dreier-Striptease und weitere persönliche "Anmachversuche" erlaubte, standen die Anwesenden voll hinter dieser "One-Man-Show". Über DJ Bobo - den Klara verehrt - kam das Multitalent schließlich zum Rap und legte diesen auf so mitreißende Art hin, dass Lacher im Sekundentakt vorprogrammiert waren. Lediglich bei der Aufforderung zum Mitsingen beim Song "Irgendwie sind wir alle kleine Ärsche" zeigten sich die Schaumburger ein bisschen zögerlich. Übrigens: Der Titel "Sex ist keine Lösung" erwies sich als "Einflüsterung" bei Klein-Klara, um diese gegenüber späteren, pubertären Problemen immun zu machen, was natürlich nur ein frommer Wunsch sein dürfte.



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