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Kosten für Container des Schulzentrum Nord steigen auf jährlich 378 000 Euro

Das Provisorium wächst

Hameln. Das Schulzentrum Nord wächst in die Höhe. Allerdings ist nicht etwa der erste Spatenstich für das geplante neue Zugangsgebäude der Integrierten Gesamtschule (IGS) und des Albert-Einstein-Gymnasiums (AEG) absehbar. Vielmehr wird das seit gut einem Jahr bestehende Container-Provisorium auf dem Schulhof um eine dritte Etage erweitert. Den Bauauftrag hat die Stadtverwaltung soeben vergeben; die Anlieferung der Blechkisten soll „im Sommer“ erfolgen. Der Bau der zusätzlichen Interimslösung wird rund 125 000 Euro kosten. „Darin sind der Antransport, die Montage, der Umbau des Bestands und die Errichtung der Fluchttreppen enthalten“, heißt es aus dem Rathaus.

veröffentlicht am 15.04.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:04 Uhr

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Marc Fisser

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Marc Fisser Reporter / Newsdesk zur Autorenseite

Anschließend werden sich die monatlichen Container-Mietkosten für die eigentlich doch so klamme Stadt von rund 18 500 auf 31 500 Euro erhöhen. „Nach gegenwärtiger Planung ist davon auszugehen, dass die Nutzung der Container bis in das Jahr 2018 andauern wird“, sagen die Fachleute der Stadt. Die künftig 378 000 Euro Miete pro Jahr werden also bald die Millionengrenze überschreiten. Eine Investition, der – anders als sonst im Immobiliensektor – kein bleibender Wert gegenübersteht. Im vorigen Jahr hat deshalb der Steuerzahlerbund kritische Fragen an die Stadt Hameln gerichtet. „Es war eine politische Entscheidung, die Sertürner-Realschule zum Standort für die IGS zu wählen und kurzfristig mit der Umsetzung des Projektes zu beginnen“, erinnerte gestern ein Verwaltungssprecher.

Die Aufstockung der Containerbauten sei notwendig, weil zum Schuljahr 2015/16 in der IGS fünf neue Klassen eingeschult werden, heißt es. Durch die zusätzlichen Schüler entstehe „ein Raummehrbedarf“, für den das Gebäude von Gesamtschule und Realschule derzeit „keine ausreichenden Kapazitäten“ biete. Bislang wird nur das Erdgeschoss der Containerreihe durch die IGS genutzt – unter anderem für ihre Bücherei und für Freizeitaktivitäten; in der ersten Etage werden Oberstufenschüler des AEG unterrichtet. Die Gymnasiasten sollen nach den Sommerferien in den dann neuen zweiten Stock ziehen, sagt Schulleiter Wolfgang Weber. Für die Gesamtschulenschüler kommen in der Mitte fünf Unterrichtsräume hinzu, außerdem ein Gruppenraum, ein Jahrgangslehrerzimmer sowie Nebenräume. Insgesamt müssen 38 „Raumzellen“ per Tieflader angeliefert und durch einen Autokran über die bestehenden Gebäude hinweg auf die Containerzeile gehoben werden.

Die Nutzung des Dauerprovisoriums hat sich laut Weber eingespielt. Am Montag, dem ersten Tag nach den Osterferien, war es in den Räumen allerdings bitterkalt, weil die Zentrale Gebäudewirtschaft der Stadtverwaltung die Heizungsanlage offenbar zu spät herauffahren lassen hat. Das Problem war jedoch nicht auf die als winterfest geltenden Container beschränkt gewesen, sondern auch im Hauptgebäude spürbar. Die Experten der Stadt wollen die Einstellungen nun überprüfen und dafür sorgen, dass Schüler und Lehrer Anfang November nach den Herbstferien im Unterricht die Jacken ausziehen können.

Wann mit dem festen Erweiterungsbau für das Schulzentrum begonnen wird, ist nach Auskunft der Beteiligten noch nicht klar. Mehr als 21 Millionen Euro sind dafür vorgesehen – die Containerkosten inklusive. „Seitens der Verwaltung wird in enger Zusammenarbeit mit den Siegern des Architektenwettbewerbs, das Büro Venneberg+Zech, intensiv an der Umsetzung des Projektes Schulzentrum Nord gearbeitet“, verlautet aus dem Rathaus. Ziel sei es, den Entwurf „noch in diesem Jahr“ fertigzustellen und 2016 „mit ersten Baumaßnahmen“ zu beginnen. Architekt Ulrich Zech hatte die 21 Millionen Euro Ende vorigen Jahres eine „grobe Hausnummer“ genannt. Der gebürtige Hamelner will einen „Verbindungsriegel“ zwischen IGS und AEG setzen, in dem neben Haupteingang und Mensa auch Lehrerzimmer und Oberstufenräume untergebracht werden sollen. Sobald der Hochbauentwurf unter Dach und Fach sei, werden die neue Haupterschließung des Schulzentrums und die Umgestaltung der Außenanlagen durchgeplant. Dazu gehören der Zugang von der Basbergstraße über eine Freitreppe und die Neuorganisation der Businfrastruktur, also der Haltestellen an Basbergstraße und Schöt.

Das Provisorium wächst

Kosten für Container des Schulzentrums Nord steigen auf jährlich 378 000 Euro

Der als Provisorium gedachte Container-Trakt zwischen

Integrierter Gesamtschule (re.) und Albert-Einstein-Gymnasium (li.) wird demnächst um eine dritte Etage erweitert.Dana



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