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Gutachten in Auftrag gegeben / Zieht Aldi auf dem Ackemann-Gelände ein? / Fachmärkte für Schuhe und Textilien geplant

Das neue Einkaufszentrum "Rösertor" rückt näher

Obernkirchen (sig). Es ist so gut wie sicher, dass die Bergstadt ein Einkaufszentrum mit dem Beinamen "Rösertor" erhält. Wie berichtet, hat sich die Neustädter Immobilienfirma Rahlfs dieses Vorhabens angenommen. Sie erwarb das Grundstück des früheren Bauunternehmens Ackemann am Sülbecker Weg. Bis auf das einstige Verwaltungsgebäude sollen dort alle anderen baulichen Anlagen komplett abgerissenwerden.

veröffentlicht am 22.09.2006 um 00:00 Uhr

Die vordere Ansicht des geplanten Lebensmittelmarktes mit vollem

Um mögliche Hindernisse gegen diese Planung schon im Vorfeld aus dem Weg zu räumen, hat der Investor umgehend Gutachten in Auftrag gegeben. Es geht um die Themenkreise Lärm, Verkehrsanbindung, die Prüfung der Standorteignung und die Auswirkung auf die Wettbewerbssituation im Stadtgebiet und im Einzugsbereich. In einer Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Stadtentwicklung (ASU) rückte immer mehr die Frage in den Vordergrund: Welche Lebensmittelversorger sollen dort angesiedelt werden? Bislang ist die Rede von REWE als Vollsortimenter mit einer maximalen Verkaufsfläche von 1250 Quadratmeter. Als Discounter (900 Quadratmeter) wurde anfangs Penny genannt. Inzwischen ist durchgesickert, es könnte auch Aldi sein, das auf dem Bornemannplatz keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten sieht. Die beiden anderen Märkte Marktkauf und Lidl) glauben sich in der Randzone der Kernstadt besser platziert. Fachbereichsleiter Ulrich Kuhlmann bezeichnet deshalb etwaige Umsiedlungswünsche des Aldi-Marktes als verständlich. Das mag zutreffen, aber die meisten ASU-Mitglieder zeigten sich von dieser Idee nicht begeistert. Bürgermeister Horst Sassenberg formulierte das so: "Aldi ist das Zugpferd im Bereich des Bornemann-Platzes. Seinen Weggang bekommen die anderen Geschäfte dort sicherlich zu spüren. Das wäre sehr misslich." Als ziemlich sicher anzusehen ist, dass zwei Fachmärkte auf dem früheren Ackemann-Gelände Platz finden werden. In einem Fall soll es sich um den Schuh-Discounter ABC mit 320 Quadratmeter Verkaufsfläche handeln und im anderen um ein Textilgeschäft (160 Quadratmeter). Hier ist die Annahme berechtigt, dass "family" seinen Standort zum SülbeckerWeg verlegen wird. Ein eigenständiger Getränkemarkt würde aus Wettbewerbsgründen keine Zustimmung finden. Deshalb will der Investor dieses Angebot in den größeren Lebensmittelmarkt integrieren. Die von CIMA-GmbH in Lübeck vorgenommene Begutachtung möglicher Umverteilungseffekte im Stadtgebiet schließt mit der Feststellung, dass gegen das geplante Einkaufszentrum "Rösertor" keine Bedenken bestehen. Das Versorgungsangebot der Bergstadt würde dadurch im Gegenteil gestärkt. Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Wilhelm Mevert ist es ein wichtiges Anliegen, die Bedeutung und Funktion der Geschäfte am Bornemannplatz nicht zu gefährden. "Wir haben lange für diese städtebauliche Lösung gekämpft und möchten sie nicht scheitern sehen", lautete sein Plädoyer. Einzelbewerber Konrad Bögel will vor der verbindlichen Unterschrift der Stadt unter die Verträge verbindlich wissen, welche Lebensmittelgeschäfte auf dem Ackemann-Gelände einziehen. Aldi möchte auch er gern am jetzigen Standort erhalten. Ein weiteres nicht zuübersehendes Problem ist die Verkehrsführung. Das Gelände wird vom Sülbecker Weg aus erschlossen. Ein Verkehrsplanungsbüro prüft, mit welcher zusätzlichen Belastung in diesem Bereich zu rechnen ist. Immerhin soll vor den Märkten eine Parkzone für 182 Autos geschaffen werden. Hinzu kommen die Lieferfahrzeuge. Die Lärm-Immissionen werden im Rahmen eines zusätzlichen schalltechnischen Gutachtens behandelt. Unter anderem soll an der Nordgrenze des Plangebietes eine begrünte und drei Meter hohe Lärmschutzwand errichtet werden. Der Ausschuss nahm zur Kenntnis, dass noch nicht alle Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zu diesem Projekt vorliegen. Deshalb soll der endgültige Entwurf des Bebauungsplanes in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses behandelt werden, damit die Offenlegung der Bauleitplanung ohne größeren Zeitverlust fortgesetzt werden kann.

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