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Brandmeldeanlagen sind die Verursacher / Verstimmungüber drei Rücktritte

Das nervt: 37 Fehlalarme halten die Feuerwehr unnötig auf Trab

Bückeburg (jp). Mit 64 Brandeinsätzen und 45 technischen Hilfeleistungen kann die Freiwillige Feuerwehr Bückeburg - Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt - auf ein vergleichsweise ruhiges Jahr zurückblicken. In seinem Bericht auf der Jahresversammlung am vergangenen Freitag zählte Ortsbrandmeister Nils-Oliver Koß unter anderem vierGroßbrände, vier Mittelbrände, 13 Kleinbrände und vier Entstehungsbrände auf. Unter den Großbränden fanden sich ein Dachstuhlbrand in Luhden sowie einer in Achum. Ein spektakuläres Feuer musste im August in der Schwenstraße bekämpft werden, wo ein Mehrfamilienhaus Raub der Flammen wurde. In die Kategorie Großbrand fielen auch einige brennende Strohballen in Evesen.

veröffentlicht am 15.01.2007 um 00:00 Uhr

Nils-Oliver Koß

Als nach wie voräußerst unbefriedigend stellte sich für die Ortsfeuerwehr Bückeburg-Stadt die Situation der Fehlalarme dar. 37 mal und damit genauso oft wie 2005 mussten die Blauröcke unnötig ausrücken, davon allein 35 mal ausgelöst von automatischen Brandmeldeanlagen. Als besonders fatal erachtete Nils-Oliver Koß die Tatsache, dass die meisten Fehlalarme tagsüber stattfinden: "Die Kameraden müssen für diese überflüssigen Einsätze ihren Arbeitsplatz verlassen. Das dürfte kaum zu einer steigenden Akzeptanz des Hobbys Feuerwehr bei den Arbeitgebern führen." Auch die alljährlichen Skurrilitäten durften im Einsatzbericht des Ortsbrandmeisters nicht fehlen. Unter dem Eindruck der Vogelgrippe-Hysterie wurde einmal - völlig vergeblich - auf der Schlossgracht nach einem kranken Schwan gesucht, obwohl alle dort gemeldeten Schwäne nachweislich wohlauf waren. Und den ersten Einsatz 2006 absolvierten die Bückeburger Brandschützer in der Silvesternacht nur wenige Minuten nach dem Jahreswechsel: Im Rathaussaal, wo zu dieser Zeit ein Silvesterball stattfand, hatten pfiffige Zeitgenossen auf der Bühne ein Feuerwerk entzündet. Für Verstimmung in den Feuerwehrreihen sorgte der Rücktritt dreier langjähriger und verdienter Feuerwehrmitglieder von ihren Dienstposten. Sowohl Ortsbrandmeister Koß als auch Stadtbrandmeister Johannes Malsch erwähnten Unruhen, die während des vergangenen Jahres von der erforderlich gewordenen Änderung der Wehrgliederung ausgelöst worden seien. Inzwischen seien diese Disharmonien jedoch ausgeräumt, betonten beide. Unklar blieb, welcher Art diese Streitigkeiten sind und ob sie die Ursache für die drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen waren, die der zuvor stets unumstrittene stellvertretende Ortsbrandmeister Erwin Tatge bei seiner Wiederwahl verbuchte. Bürgermeister Reiner Brombach äußerte sich sehr zufrieden über die Nachwuchssituation bei den Bückeburger Ortswehren. Betrachte man sich die Jugendfeuerwehren, so sei ihm um die Zukunft des Brandschutzes nicht bang. Stadtbrandmeister Johannes Malsch forderte eine umfassendere Motorkettensägenausbildung für die Wehren. Polizeichef Werner Steding unterstrich das gute Zusammenspiel von Ordnungshütern und Brandschützern. Der auf Landesebene ausgetragene Streit um die Auflösung der Referate 51 und 52 im Innenministerium habe die Zusammenarbeit vor Ort nicht belastet. Weiterer Bericht folgt in unserem nächsten Vereinsmagazin.

Reiner Brombach
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