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Apelerner Gruppe sammelt für Fortsetzung der Ortschronik

"Das macht ein bisschen süchtig"

Apelern (nah). Der Weisheit des Volksmunds, nichts sei so alt wie eine Zeitung von gestern, kann eine Gruppe von Apelerner Einwohnern nur entschieden widersprechen. Regelmäßig trifft sie sich, um gedruckte Texte über ihre Gemeinde oder über die Umgebung auszuschneiden und zu sortieren. Die Sammlung bildet den Grundstock für eine Fortsetzung der Ortschronik. Hinter dem Kreis um Edith Holk liegt bereits eine zweijährige Fleißarbeit: Altes Papier aus rund 20 Jahren ist bereits durchforstet worden.

veröffentlicht am 11.05.2007 um 00:00 Uhr

Schnippeldienst für die Fortsetzung der Apelerner Chronik: Fried

"Schuld" an allem hat eigentlich Friedrich Judas. Der Heimatforscher, der gemeinsam mit dem verstorbenen Paul Brettner zur 1125-Jahr-Feier Apelerns eine große und reichbebilderte Chronik vorgelegt hatte, sammelte bereits ab Mitte der achtziger Jahre vorwiegend Tageszeitungen, jedoch auch Urkunden und andere Dokumente. Mangels Zeit verstaute er sie in Kisten in seinem Keller. Spätestens nach Erscheinen des Buches im Mai 1992 wollte er die Belege sichten und auswerten. Wegen Krankheit wandte sich Judas im November 2004 an die Interessengemeinschaft der Apelerner Vereine und bat um Hilfe. Diese folgte zunächst durch die Feuerwehr. Diese transportierte 15 große Umzugskartons ins Gerätehaus und sortierte den Inhalt zumindest chronologisch. Etwa zeitgleich fanden sich einige Einwohner um Edith Holk, die sich der Aufgabe stellen wollten, alle relevanten Beiträge aus den Zeitungen zu schneiden, diese zu ordnen und sie gleichzeitig durch ein Stichwortregister wiederauffindbar zu machen. "Wir wollen Chronik machen", heißt es seither bei der regelmäßigen Einladung an Holks Esstisch: Im Winterhalbjahr einmal wöchentlich, im Sommer durchaus seltener sitzen mit ihr dann Gisela Schwark, Lilo Leifheit, Heinz und Ursula Rehse, Anneliese Juch, mitunter auch mal Friedrich Judas oder Adelheid Maurer und wühlen sich buchstäblich durch große Stapel bedruckten Papiers. Inzwischen staunt die von Leifheit schalkhaft so bezeichnete "Schnippelrunde", wie schnell sich seit dem Ortsjubiläum vor 16 Jahren schon wieder neun dicke Ordner mit zeitgeschichtlichen Dokumenten gefüllt haben. Dem Reiz der Sammlung kann sich Edith Holk schon lange nicht mehr entziehen: "Es macht auch ein bisschen süchtig", erklärt sie ihre Sammelleidenschaft - und den Reiz, über zurückliegende Apelerner Ereignisse mal wieder etwas nachzulesen. Gesprächsstoff bietet sich dabei immer wieder, wenn zufällig ein alter Zeitungsbericht aufgeschlagen wird. Der knapp 81-jährige Friedrich Judas freut sich, dass es mit der Aufarbeitung der Ortsgeschichte weitergeht. "Eine Chronik ist ja nie vollständig", weiß er, "da muss immer dran gearbeitet werden". Er selber hat noch mindestens 400 Fotokopien alter Akten und Dokumente, die ausgewertet werden müssen. Beim jüngsten Treffen des Helferkreises war auch Bürgermeister Heinrich Oppenhausen dabei. Er ermunterte nicht nur zum Weitermachen, sondern richtete einen Appell an die Bevölkerung: Wer als Leihgabe oder auf Dauer alte Unterlagen oder Bilder zur Verfügung stellen könnte, sollte sich weiterhin an Judas wenden. Zum Bürgermeister können Einwohner kommen, die vielleicht noch keine Apelerner Chronik besitzen. Von der ursprünglichen Auflage in 1200 Exemplaren sind noch etwa 180 zu haben. Aber der Bestand schrumpft ständig. "Die Leute erkennen den steigenden Wert dieses Buches", glaubt Oppenhausen. Es besticht nicht allein durch seine Fakten. Fast mehr noch gefällt es durch die vielen Illustrationen, die Paul Brettner mit Pinsel und Feder erstellt hat.



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