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Drei Urenkelinnen folgen Vorfahren im Feggendorfer DSC-Vorstand

"Das liegt wohl in den Genen"

Feggendorf (nah). Hinter dem Feggendorfer Deister-Sportclub liegt ein ereignisreiches Jahr. Die Wiederkehr des 100. Gründungstages wurde gefeiert. Ein dickes Buch schilderte das Wachsen der Gemeinschaft. Ein Bild fiel dabei besonders auf: Drei junge Frauen lachen aus einer Gruppe betagter Männer den Betrachter an. Das Foto ist natürlich nur eine Montage. Es will deutlich machen: Zum heutigen Vorstand gehören drei Urenkelinnen der ehemaligen Gründer.

veröffentlicht am 03.01.2008 um 00:00 Uhr

Auf die Spuren ihrer Urgroßväter haben sich Claudia Keese, Cordu

Auf ein Kuriosum ist Chronistin Marianne Keese bei ihren Recherchen gestoßen. August Ragge, Wilhelm Rodenbeck und Wilhelm Korf hatten 1907 den damals noch so bezeichneten Turnverein "Gut Heil" zusammen mit Heinrich Haller, Heinrich Plette, Fritz Rickenberg und Friedrich Schaper aus der Taufe gehoben. Die jungen Männer waren im Lauenauer Gasthaus "Felsenkeller" eingekehrt und beobachteten dort zufällig die örtlichen Turner. Voller Begeisterung gründeten sie wenige Wochen später eine eigene Gemeinschaft in dem damals 570 Einwohner zählenden Dorf. In den Vorstand wurden unter anderem Ragge als Vorsitzender und Rodenbeck als Turnwart gewählt. Nur Korf blieb ohne Funktion. Alle drei sollen, wie überliefert ist, gute Sportler gewesen sein. "Dann liegt das wohl in den Genen", lacht die heutige Vorsitzende Claudia Keese und vergleicht die jetzigen Gegebenheiten mit den damaligen Fakten. Dem seit vier Jahren vorwiegend mit Frauen besetzten Vorstand gehören auch Cordula Faby und Yvonne Korf an: Das sind - in dieser Reihenfolge - die Urenkelinnen von Wilhelm Rodenbeck, August Ragge und Wilhelm Korf. Nicht nur die gleichfalls vorhandene Bereitschaft zu ehrenamtlichem Tun verblüfft: Die drei Damen sind ebenfalls sportlich ausgesprochen aktiv und bringen sich zudem ein als Übungsleiterinnen. Eigentlich finden sie es ein bisschen schade, dass ihnen so wenig aus dem Leben der Vorfahren bekannt ist. Ragge war von 1907 bis 1909 und dann noch einmal von 1915 bis 1921 Vorsitzender. Dass der Maurermeister, der unter anderem dieörtliche Lindenschule errichtet hatte, eine Pause in der Vorstandsarbeit einlegte, könnte familiäre Gründe haben: Er musste sehr früh den Tod seiner Frau beklagen und sich deshalb allein um seine Familie kümmern. Ragge lebte später in Schmarrie. Turnwart Rodenbeckübernahm 1909 die väterliche Schmiede. Das hinderte ihn jedoch nicht, bis 1914 seine Funktion auszuüben. Als 1957 der DSC sein 50-jähriges Bestehen feiern konnte, zählte er ebenso noch zu den Geehrten wie Wilhelm Korf. Der ehemalige Bergmann starb 1964. "Er war ein guter Turner", weiß Urenkelin Yvonne von Erzählungen aus der Familie. Nicht zuletzt deshalb bedauert sie, dass sich Teilnahmen an Turnieren und Platzierungen nichtüberliefert haben. Es ist nur noch bekannt, dass schon 1909 ein Gauturnfest stattgefunden habe, bei der die Feggendorfer nicht nur mit einer Fahnenweihe glänzten sondern wohl auch mit Erfolgen. Drei Jahre später galt der ehemalige Bergmannsort sogar als "Turnerhochburg". Die jungen Männer konnten gleich drei Riegen stellen. Das Frauentrio hat keinen Zweifel daran, dass ihre Urgroßväter ebenfalls in weißen Hemden und Hosen an Barren, Reck und Boden glänzten.

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