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"Das Liebespaar" von Karl-Ulrich Nuss turtelt am Weserufer

Von Richard Peter
Hameln. Zweifellos: Berühmter als „Das Liebespaar“ ist sein Rattenfängerbrunnen auf dem Rathausplatz. Doch auch der – mittlerweile längst rehabilitiert – sorgte zunächst einmal für Ärger bei Hamelns Bürgern. Und anstelle eines Ehrenplatzes mitten in der Altstadt wurde er „abgeschoben“. So hat es der Bildhauer Karl-Ulrich Nuss mit beiden Plastiken in Hameln nicht leicht gehabt.

veröffentlicht am 18.07.2010 um 14:57 Uhr
aktualisiert am 22.09.2011 um 11:29 Uhr

Von Richard Peter
Hameln. Zweifellos: Berühmter als „Das Liebespaar“ ist sein Rattenfängerbrunnen auf dem Rathausplatz. Doch auch der – mittlerweile längst rehabilitiert – sorgte zunächst einmal für Ärger bei Hamelns Bürgern. Und anstelle eines Ehrenplatzes mitten in der Altstadt wurde er „abgeschoben“. So hat es der Bildhauer Karl-Ulrich Nuss mit beiden Plastiken in Hameln nicht leicht gehabt. Denn auch das Paar, das da in so inniger Umarmung jetzt am Weserufer steht, stand zunächst im Innenhof des Kunstkreises und sorgte dort für einige Turbulenzen. Zumindest beim damaligen Oberstadtdirektor Dr. von Reden-Lütcken, der sich bei der Eröffnung der Nuß-Ausstellung empört zeigte. Vor allem über die nicht zu übersehende Hand, die der Herr seiner Dame auf die wohlgeformte Rundung ihres Hinterteils legt. Das geht denn doch zu weit, ließ Hamelns Verwaltungschef ein ums andere Mal hören – aber dann wurde die Plastik doch mit Mitteln der Stadtsparkasse von der Stadt erworben. Blieb zunächst ein Jahr lang im Kunstkreis, bis sie für eine andere Skulpturenausstellung den Platz räumen musste und vorübergehend im Theater-Foyer einen neuen, gut besuchten Platz fand. 1991 landete sie schließlich an ihrem jetzigen Standort am Weserufer, inmitten von viel Grün und nur bedingt Vorbild für ganz reale Liebespaare.
 Geboren wurde Karl-Ulrich Nuß – dessen Vater der Bildhauer Fritz Nuß war – 1943 in Stuttgart. Seine Studien begann er in Schwäbisch Gmünd, wo er zum Ziseleur ausgebildet wurde. Dann Wechsel zur Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg und die Hochschule für Bildende Künste Berlin, wo er 1969 Meisterschüler von Bernhard Heiliger wurde.
 Seit 1970 lebt Karl-Ulrich Nuß als freischaffender Bildhauer im Weinstadter Stadtteil Strümpfelbach. Außer in Hameln stehen seine monumentalen Plastiken auch in Stuttgart, Marbach, Reutlingen, Heilbronn, Bochum, Frankfurt am Main und in Ulm. Von Nuß stammte auch das Kopfrelief von Theodor Heuss für das Zwei-Mark-Stück.
 Mit dem Rattenfängerbrunnen und dem „Liebespaar“ besitzt Hameln zwei außergewöhnliche Kunstwerke, die es durchaus verdient hätten, etwas zentraler angesiedelt zu werden, dass möglichst viele Menschen möglichst oft an ihnen vorbeikommen.



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