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Treff im Stift: In Groß-Panoramavision werden Geheimnisse und Einzigartigkeiten der Provence vorgestellt

Das Licht, das van Gogh in den Wahnsinn treibt

Obernkirchen (sm). Deutschlands größte Multivision über den Südosten Frankreichs kommt in die Bergstadt: "La Provence, Poesie der Sinne" nennt Fotograf Dietmar Schmid seine einmalige Bilderreise in Groß-Panoramavision von den Seealpen zur Camargue, die am Mittwoch, 14. November, um 20 Uhr in der Stiftskirche zu sehen sein wird.

veröffentlicht am 05.11.2007 um 00:00 Uhr

Dietmar Schmidt

Die Provence, das ist das Sehnsuchtslandschaft zwischen Himmel und Meer, zwischen Alpen und Rhone-Delta, in das 2000 Jahre Geschichte architektonische und künstlerische Muster gewebt haben. Die Griechen brachten Wein und Oliven, die Römer Arenen und Tempel, die Päpste Paläste. Der Natur gelang es, sich ein Stück unwegsames Sumpfgebiet zu bewahren - die Camargue. Der Profifotograf Dietmar Schmid führt seine Zuschauer mit einzigartigen Bildern durch die bekannte aber auch unbekannte Provence. Fast drei Jahre lang fotografierte und recherchierte er in diesem "ewigen Land" für seine große Multivision. Geheimnisvolle prähistorische Petroglyphen hoch in den Seealpen zeugen davon, dass schon vor Jahrtausenden die Menschen mit ihren Göttern kommunizierten und das unwirkliche, ja fast überirdische Licht der Camargue gab dem Fotografen zu verstehen, warum es Vincent van Gogh in den Wahnsinn trieb. Dreihundert Jahre alt ist die Bäckerei Boyer, die nach wie vor ihre heißbegehrten Backwaren wie zu alten Zeiten herstellt. Berühmt ist das Parfüm aus Grasse, der Welthauptstadt des "guten Duftes", in der jedermann sogar sein ganz eigenes und somit unverwechselbares Parfüm mit Hilfe von Spezialisten kreieren kann. Der Zuschauer erfährt, wo Madame Chirac ihr Olivenöl kauft und er ist hautnah dabei, wenn die "schwarzen Diamanten", die Trüffel, in den Eichenwäldern der Provence gesucht werden. Lavendelfelder, Weingärten und die Silhouetten idyllischer, mittelalterlicher Dörfer wie Bonnieux, Gordes oder Roussillion charakterisieren diese hügelige Landschaft, in der noch Hundertjährige ihrer Leidenschaft, dem Boule, mit Akribie aber auch mit der Gelassenheit der Provence frönen. Auch auf den Spuren Cézanne´s, dem gebürtigen Provencalen, erleben die Besucher diese ungeheure Intensität und Leuchtkraft des Lichtes des Midi, das in seinen kraftvollen Gemälden den entsprechenden Ausdruck findet. Oder Marseille, mit 2600 Jahren dieälteste Stadt Frankreichs, von den Phokäern, Griechen aus Kleinasien, gegründet, heute eine der großen kulturellen Schmelztiegel Europas. Gleich nebenan beginnt ein Kontrast, wie er größer kaum sein könnte: die einmaligen und schwer zugänglichen Fjordlandschaften des Südens, modelliert von Sonne, Regen und Meer, die sich wie riesenhafte Zähne in das Meer beißen, die berühmten Calanques. Der Fotograf ließ sich einschließen in jener Zelle des Kerkers auf der Insel St. Marguerite, in der auf direkten Befehl des Sonnenkönigs Ludwig XIV. elf Jahre lang ein Mann einsaß, dessen Namen niemand wusste, dessen Gesicht niemand sah und dessen Rätsel bis heute ungelöst ist: der Mann in der eisernen Maske. Viele Geheimnisse und Einzigartigkeiten verbergen sich noch in der "Provincia", wie die Römer dieses Land nannten, die Schmid in seiner neuesten Live-Panoramavision lüften wird. Schmid verspricht riesige Bilder bis 12 Meter Breite. Der Eintritt kostet 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Die Anzahl der Sitzplätze ist begrenzt.

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