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Zu: „Warum kann Sterbehilfe ein Akt der Barmherzigkeit sein, Herr Meister?“, vom 14. September

Das Leben in Würde beenden

Da hat nun der Landesbischof Ralf Meister ein laues Lüftchen in das Thema Sterbehilfe geblasen, indem er „in ganz wenigen Einzelfällen“ Zustimmung zur Sterbehilfe für „schwerstkranke Menschen“ signalisiert. Prompt gab es Protest vom Bischof Franz Bode, der das Leben als Geschenk Gottes ansieht und behauptet, die Freiheit des Menschen dürfe nicht so weit gehen, dass er über das Leben verfügen könne.

veröffentlicht am 18.09.2020 um 18:08 Uhr

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Woher nimmt dieser Mann mit seiner Kirche das Recht, derartiges für alle Menschen zu verlangen? Gleichzeitig beansprucht die Kirche, die keine staatliche Einrichtung ist, das Recht, über das Weiterleben zu bestimmen – was für ein Widerspruch.

Allenfalls darf nach meiner Meinung eine religiöse Vereinigung nur für ihre Mitglieder, die ja freiwillig der Kirche beigetreten sind, Derartiges regeln, wenn diese sich das gefallen lassen. Ich gehöre keiner religiösen Gemeinschaft an und protestiere aus diesem Grund heftig gegen eine kirchliche Einmischung in meine ureigensten Angelegenheiten. Außerdem sollten die christlichen Kirchen – wenn sie tatsächlich so hohe ethische und moralische Ansprüche haben – endlich die sehr spät begonnenen Aufklärungen der vielen, ekelhaften Kindesmissbrauchsfällen in den eigenen Reihen massiv beschleunigen.

Mehrere Angehörige habe ich mehr oder weniger bis zum Lebensende begleitet, mein Vater starb in meinen Armen. Meine schwerstkranke Frau habe ich monatelang zu Hause selbst gepflegt und war bis zum Schluss an ihrer Seite. Ich weiß mit meinen 75 Lebensjahren also, um was es geht. Für mich habe ich deshalb beschlossen, gar nicht erst in die Situation eines schwerstkranken Patienten zu kommen. Ich möchte mein Leben, wenn es irgendwann so weit ist, freiwillig und in Würde beenden. Dafür brauche ich aber eine ebenso würdevolle Hilfe, weil ich nicht vom Hochhaus springen oder mich vor einen Zug werfen will. Dadurch werden nämlich Rettungskräfte und Passanten in Mitleidenschaft gezogen, was für diese langfristige Folgen haben kann. Außerdem bin ich Körperspender und möchte nach meinem Tod unversehrt in der MHH ankommen.



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