weather-image
10°
Neue Serie: Rintelns Sportler der Jahres / Teil 1: Sanja Lorig (11) ist Kartfahrerin

Das Kartfahren liegt Sanja im Blut: "Schnell bin ich jedenfalls immer!"

Rinteln. Dass hier Kinder wohnen, die vom Rennsport begeistert sind, sieht man schon, wenn man vor ihren Zimmertüren steht. Nicht nur der große Bruder Marco (13), sondern auch die elfjährige Sanja haben die Türen von oben bis unten mit Bildern von Rennwagen beklebt. "Wollen Sie mal meine Pokale sehen?", fragt Sanja. 36 Stück sind es insgesamt, und auf dem schönsten steht: "Niedersächsischer Meister imJugend-Kart-Slalom 2006".

veröffentlicht am 12.01.2007 um 00:00 Uhr

Sie ist klein, zierlich - und am Steuer ihres Karts schon ganz d

Autor:

Cornelia Kurth

Sanja Lorig aus Rinteln ist klein und zierlich. Als sie mit sieben Jahren das erste Mal in einem der niedrigen, breiten Karts saß, brauchte sie Sitzkissen und Verlängerungen, um vernünftig ans Steuer zu kommen. "Es ist aber gar nicht so schlecht, wenn man klein und leicht ist", sagt sie. "Dann kann man das Kart beim Slalomfahren besser wieder beschleunigen." Und wird es dann nicht manchmal sogar zu schnell, so dass sie aus der Kurve getragen wird? "Zu schnell?", fragt Sanja. "Ich weiß nicht - aber schnell bin ich jedenfalls immer!" Das Fahren liegt ihr sicherlich im Blut. In der Familiengarage steht der gedrungene, in poppigen Farben lackierte Rennwagen ihres Vaters Ingo, der rasante Bergrennen fährt und dafür in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs ist. Auch ihre Mutter Susanne war früher Rennfahrerin, die Eltern lernten sich damals bei einem Bergrennen kennen. Schon als kleines Kind war Sanja ständig mit dabei, wenn ihr übrigens auch ziemlich erfolgreicher Bruder Marco bei der Rintelner Sportfahrergemeinschaft (SFG) trainierte. Das Kart-Slalomfahren erfordert eine Mischung aus Draufgängertum und Geschicklichkeit, wenn man dort zu den Besten gehören will. Es geht darum, auf einem Parcours aus Kunststoffhütchen, den Pylonen, Figuren wie den "Kreis", die "Brezel" oder die "Gasse" abzufahren, so schnell wie möglich zwar, aber doch ohne Zeitstrafen durch Umwerfen der Hütchen einstreichen zu müssen. In der Saison trainiert Sanja jeden Sonnabend, und fast jeden Sonntag steht ein Wettkampf an. Das ist manchmal ganz schön hart. Ausschlafen am Sonntag, das kann Sanja meistens vergessen. Morgens um sechs geht es los, um zu den Austragungsorten in Bad Bevensen, Osnabrück oder Göttingen zu fahren, spät abends erst sind alle wieder zurück. Es gab durchaus Wochenenden, an denen die Elfjährige schimpfte über ihre Wettkampfverpflichtungen, aber, so die Mutter: "Wenn man einmal eingestiegen ist und sich so viel Mühe gegeben hat, dann kann man nicht mittendrin aufhören." Schließlich muss eine bestimmte Anzahl von Rennen gefahren sein, um in die Meisterschaftswertungen zu kommen. Trotzdem ist klar, dass Sanja nur so lange weiter Kart fahren wird, wie es ihr selber Spaß macht. ("Und es macht riesengroßen Spaß!") Nach dem Gewinn der Niedersächsischen Meisterschaft in ihrer Altersklasse und einem respektablen 32. Platz bei den deutschen Meisterschaften im "Kart-Jahr 2006" werden jetzt sowieso erst mal andere Prioritäten gesetzt. Vater Ingo, der zu seinen Bergrennen immer ganz alleine hinfahren musste, hat nämlich protestiert und ein "Bergrennen-Jahr" eingefordert. Ob Sanja später auch mal Bergrennfahrerin werden will, das steht noch dahin. "Ich mache mir manchmal schon Sorgen um meinen Vater, dass er einen Unfall haben könnte - denn Bergrennen sind ganz schön gefährlich." Ihr eigenes Wunschauto wäre dazu nur im extrem getunten Zustand in der Lage. "Ich möchte unbedingt einen alten Käfer haben", sagt sie. Und der soll dann Herbie heißen - na klar!



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt