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Schaumburger Betriebe schaffen 2007 fast 200 zusätzliche Ausbildungsplätze

"Das ist eine absolute Trendwende"

Landkreis (jl). Eine Erfolgsbilanz für den Ausbildungsmarkt 2007 hat gestern die Agentur für Arbeit für den Landkreis Schaumburg präsentiert. Der wohl hervorstechendste Wert in den Zahlen dieses Jahres ist ein Plus von nahezu 200 Ausbildungsstellen im Schaumburger Land. Diese sind nach Angaben der Agentur mit vereinten Kräften in allen Bereichen der Schaumburger Wirtschaft geschaffen worden.

veröffentlicht am 12.10.2007 um 00:00 Uhr

Die Grafik zeigt es deutlich: 2007 bewegt sich der Schaumburger

Friedrich-Wilhelm Rode, der Leiter der Stadthäger Arbeitsagentur, bezeichnete das Ergebnis der vielfältigen Bemühungen um die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsplätze in einem Pressegespräch so: "Das ist eine absolute Trendwende." So haben die Mitgliedsbetriebe der Industrie- und Handelskammer (IHK) ihr Angebot um 16 Prozent aufgestockt. Und in den heimischen Handwerksbetrieben beträgt das Angebotsplus seit Jahresbeginn 28 Prozent. Nötig war dies gemäß den Zahlen, die Rodes Rintelner Kollegin Cornelia Kurth präsentierte: So haben sich bei der Agentur 1401 Bewerber gemeldet, fast 100 mehr als vor einem Jahr. Um diese zu versorgen, hat nach Kurths Darlegungen seitens der Agentur, des Schaumburger Job-Centers und der Kammern so etwas wie ein großes Klinkenputzen stattgefunden. Das heißt: Der Zuwachs ist zum großen Teil das Ergebnis von vielen persönlichen Gesprächen. In Zahlen heißt dies, dass der genannter Bewerberzahl 831 Stellen -gegenüber 633 im Vorjahr - zur Verfügung standen. 49 Bewerber sind bis jetzt leer ausgegangen und elf Stellen -vornehmlich im ausbildungsstarken Hotel- und Gaststättenbereich -sind noch unbesetzt. Dies sind die Fälle, in denen die Agentur für Arbeit im Kreis eingeschaltet war. Nach Rodes Einschätzung spiegeln sie etwa 70 Prozent des Schaumburger Ausbildungsmarktes wider. Etwa die Hälfte des Angebotes war nicht auf den Internetseiten der Agentur und auch sonst nirgendwo publiziert worden. Diese Stellen seien über die Schiene Berufsberatung - Firmen direkt besetzt worden. Damit sollten vor allem Schaumburger Bewerbern bessere Chancen in der Region gewährt werden. Grundsätzlich hat die Agentur das Ziel, bei der Vermittlung von Azubis der Ansprechpartner Nummer eins zu werden, wie Kurth und Rode unterstrichen. Das sei ein besserer Weg als der Umstand, dass mancher Ausbildungsplatz bisweilen unter "zu vielen Internetauftritten" angeboten würden. Da hätten Jugendliche echte Orientierungsprobleme. Für 2008 sieht Rode den Ausbildungsmarkt in nicht so rosigen Farben: Zwei Abiturjahrgänge -der erste nach zwölf Jahren und der reguläre nach 13 Jahren -werden auf den Markt drängen. Ferner gebe es beim Handwerk erste Anzeichen gedämpfter Euphorie über die wirtschaftliche Entwicklung. Die Folge: "Der Markt wird enger und das bedeutet schlechtere Chancen für schwächere Bewerber", schätzte Rode. Deshalb gelte es, "alle Hebel" in Bewegung zu setzten. Dazu zählt laut Kurth auch, den Schülerinnen und Schülern Mut zu machen. "Traut Euch", heißt die Botschaft der Berufsberaterin. Daran fehle es in vielen Fällen.



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