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25 Jahre Partnerschaft zwischen Hildburg-Realschule und Collège Reverdy in Sablé

"Das ist die Belohnung fürs Lernen"

Rinteln (cok). Dass Schüler für eine Rallye durch die Stadt streifen, ist schon ein ziemlich gewohntes Bild in Rinteln, aber dass sie dabei französisch sprechen, kommt nur alle zwei Jahre vor, immer dann nämlich, wenn junge Franzosen aus Sablé bei ihren Gastschülern von der Hildburg-Realschule zu Besuch sind, im Rahmen eines Austausches, der jetzt seit genau 25 Jahren besteht.

veröffentlicht am 07.05.2007 um 00:00 Uhr

Irgendwie klappt die Verständigung schon: Zum 25. Mal ist in die

Die Hildburg-Realschule war die erste Schule in Rinteln, die mit einem Schüleraustausch begann, 1982 angeregt vom damaligen Französischlehrer Hans-Joachim Primke, der die Gelegenheit zur Kontaktaufnahme ergriff, als er sah, wie erfolgreich die Kollegen in Bückeburg damit waren. Sablé ist Bückeburgs Partnerstadt, "und wir haben da ein bisschen Kontakt abgezweigt", meint er. Madame Montagnac, Lehrerin am "Collège Reverdy", war sofort begeistert und hat auch diesmal wieder ihre 13- bis 14-jährigen Schüler nach Rinteln begleitet. So geht es also seit 25 Jahren hin und her zwischen Rinteln und Sablé, und obwohl die Schüler an der Hildburg-Realschule Französisch nur als Wahlfach haben, gibt es immer einen regen Zuspruch für den Austausch. "Die Fahrt nach Frankreich und der Gegenbesuch der Franzosen, das ist wie eine Belohnung für das Lernen", sagt Schulleiter Horst Kynast. "Es macht einfach mehr Spaß, wenn man auf ein Ziel hin lernt!" Schon Wochen vorher tauschen die Schüler Briefe aus und alle sind immer sehr gespannt, ob es mit der Verständigung wohl auch klappen wird. Corentin Bodros und Anais Renaud sind beide 13 Jahre alt, haben seit drei Jahren Deutschunterricht und können die Sprache schon ganz gut. Beide finden ihre Austauschschüler "sehr sympathisch" und schaffen es immer irgendwie, das auszudrücken, was sie sagen wollen. Bei anderen ist es manchmal ganz schön schwer, die richtigen Worte zu finden, und wenn sie am Unterricht teilnehmen, dann verstehen sie oft nur, wie unterschiedlich die Schul-Atmosphäre in Frankreich und Deutschland immer noch ist. "Die meisten staunen wirklich sehr, wenn sie sehen, wie locker hier Schüler und Lehrer miteinander umgehen", meint Madame Montagnac. "Bei uns ist alles viel strenger und stringenter." In den französischen Ganztagsschulen dürfen keine Mützen getragen werden, keine Handys auftauchen und im ganzen Schulgebäude ist Essen und Trinken verboten. Außerdem ist der Unterricht sehr durchorganisiert, da es für ganz Frankreich zentrale Prüfungen gibt. "Tja, da waren uns die Franzosen immer voraus", sagt Horst Kynast. "Aber in Deutschland wird ja jetzt nach der Pisa-Studie Ähnliches durchgesetzt." Den Schülern ist so was im Moment ganz egal. Sie drängeln sich zwischen den Messeständen hindurch, um Antworten auf die Fragen der Rallye zu finden, sie haben bereits einige Betriebe besucht, und wenn Corentin sagt, wie sehr er sich auf die Fahrt nach Hannover freut, dann ist er nicht der Einzige. Sablé ist mit 12 700 Einwohnern eine kleine Stadt am Fluss Sarthe. Für die jungen Franzosen ist der Austausch auch ein Ausflug in die weite Welt. Im nächsten Jahr werden etwa 20 Hildburg-Schüler einen Gegenbesuch machen. "Und es ist immer wieder dasselbe: Wenn sie gesehen haben, wie streng es doch an der französischen Schule zugeht, dann kommen unsere Schüler meistens sehr gerne an ihre eigene Schule zurück."



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