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Barrierefreies Haus der Kirche profitiert von guter Lage / Gruppen und Vereine mieten die Räume

„Das ist der beste Standort, den wir je hatten“

Hameln (roh). Die seit 1999 bestehende Kooperation zwischen den beiden Innenstadtgemeinden – der Marktkirche St. Nicolai und dem Münster St. Bonifatius – wurde im letzten Jahr fortgeschrieben. Ein Garant für den Erfolg der Zusammenarbeit ist das seit Ende August gemeinsam genutzte Haus der Kirche in der Emmernstraße. „Die gute Lage ist ein großer Vorteil gegenüber allen anderen Standorten, in denen bis zum Bau des Hauses ein großer Teil der Gemeindearbeit stattgefunden hat“, sagt Pastor Thomas Risel,

veröffentlicht am 07.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 08.01.2010 um 12:46 Uhr

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Hameln (roh). Die seit 1999 bestehende Kooperation zwischen den beiden Innenstadtgemeinden – der Marktkirche St. Nicolai und dem Münster St. Bonifatius – wurde im letzten Jahr fortgeschrieben. Ein Garant für den Erfolg der Zusammenarbeit ist das seit Ende August gemeinsam genutzte Haus der Kirche in der Emmernstraße. „Die gute Lage ist ein großer Vorteil gegenüber allen anderen Standorten, in denen bis zum Bau des Hauses ein großer Teil der Gemeindearbeit stattgefunden hat“, sagt Pastor Thomas Risel, und Pastorin Friederike Grote fügt an: „Vor allem die Barrierefreiheit sorgt dafür, dass nun viele Menschen wieder an Veranstaltungen teilnehmen können, an denen sie früher aufgrund von körperlichen Beeinträchtigungen nicht teilnehmen konnten.“ Zum Kapitelsaal im Münster, erklärt Grote, müsse man über eine Treppe in den ersten Stock, die Toilette zwei Etagen tiefer, sei ebenfalls nur über eine Treppe zu erreichen. Für Rollstuhlfahrer und Gehbehinderte eine große Hürde. Und da zahlreiche Veranstaltungen der Münstergemeinde eben im Kapitelsaal stattgefunden hätten, seien einige Interessierte gar nicht erst erschienen. Das ehemalige Gemeindehaus in der Waterloostraße sei schlicht zu klein gewesen, erklärt Risel für die Marktkirchengemeinde. Für den Pastor ist der große Saal des Hauses der Kirche, in dem zahlreiche Konzerte, Vorlesungen und Feste stattfinden, das Herzstück. Aber auch die anderen Räumlichkeiten, wie die beiden gut ausgestatteten Küchen, die Kirchgasse, die nicht nur den Posthof mit dem Pferdemarkt verbindet, sondern in der auch Ausstellungen stattfinden und die Jugendräume im zweiten Stock, machten das Haus zu einem Ort der Begegnung. Im Erdgeschoss hat sich der Verein „Aktion Eine Welt“ mit seinem Verkaufsgeschäft „Q’Antati“ eingemietet. Für Gabi Raabe, die seit rund 15 Jahren in der vereinseigenen Ladengruppe mitwirkt, steht fest: „Das ist mit Abstand der beste Standort, den wir je hatten.“ Die vielen Stammkunden seien ohnehin regelmäßig im Laden, unabhängig davon, wo in der Stadt er sich befindet, aber: „Hier am Pferdemarkt schauen nun auch viele Touristen herein und viele Hamelner, die auf ihrem Einkaufsbummel einen Abstecher bei uns machen.“

Nicht zuletzt profitiert das Haus der Kirche vom Bau der Stadtgalerie, denn die Laufwege in der Fußgängerzone haben sich geändert. Während früher vorwiegend das aus Bäcker- und Osterstraße gebildete „L“ abgeschritten wurde, so teilen sich heute die Wege der Passanten am Hochzeitshaus; und von den aus der Osterstraße kommenden Rechtsabbiegern profitieren der Weltladen und das ganze Haus der Kirche.

Die Pastoren räumen aber auch ein, dass die zentrale Lage mit einer Zentralisierungsangst bei einigen Gemeindemitgliedern einhergehe. Risel: „Eine Bedingung für den Neubau des Hauses war, dass wir uns von sechs Immobilien trennen. Das ist nun geschehen.“ Zudem, so ergänzt Grote, überträfen die Vorteile des neuen Hauses die Nachteile um ein Vielfaches. Der gemeinsame Konfirmandenunterricht, die täglich besetzte Seelsorge und vieles mehr seien vor allem dem von beiden Innenstadtgemeinden genutzten Haus der Kirche zu verdanken. In Planung ist derzeit eine ganz neue Musikreihe mit dem Flügel. Risel: „Dieses erstklassige Instrument wurde vom Lions-Club gestiftet. Wir möchten, dass möglichst viele Menschen in den Genuss dieses einzigartigen Klanges kommen.“ Da man damals beim Neubau auch am Mobiliar gespart habe, sei es dringend notwendig, Tische und Stühle im Saal zu erneuern, erklärt der Pastor. Dafür fehle im Moment allerdings das Geld. Zwar gebe es hin und wieder Benefizkonzerte und andere Spenden, aber noch reiche es nicht aus, um den Saal neu einzurichten. Auch die Einnahmen durch die Vermietung des Saales könnten derzeit nicht für Neuanschaffungen zurückgelegt werden. „Wir müssen die Kosten für das Haus der Kirche innerhalb der nächsten 30 Jahre aus unseren Gemeindeetats bestreiten“, so Risel. Kostendeckend sei das Haus der Kirche noch nicht.

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Pastor Thomas Risel zeigt auf das Hinweisschild vor dem Haus der Kirche. Neben den Seelsorgeterminen ist zu lesen: „Auch Wiedereintritt möglich!“


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