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Solargemeinschaft gründet dritte Gesellschaft für Bürgersolaranlage in Exten

"Das Geld lieber auf dem Dach"

Exten (ima). Die Idee der Solargemeinschaft ist so erfolgreich wie simpel: Menschen, die keine geeigneten Dachflächen besitzen, soll umweltbewusstes Handeln ermöglicht werden, um so die CO2-Emissionen zu senken. Davon ließen sich auch beim nunmehr dritten Projekt der Initiatoren Werner Dubiel, Ulrich Böker und Uwe Perrey genügend Bürger überzeugen und gründeten eine weitere Gesellschaft bürgerlichenRechts, die GbR 3. Etwa 20 Gesellschafter investieren in eine Photovoltaikanlage auf dem Dach der Extener Grundschule.

veröffentlicht am 31.07.2006 um 00:00 Uhr

Auf der Sonnenseite: Werner Dubiel, Ulrich Böker und Bernd Kirch

Noch vor der Gründungsversammlung galt es, einige Formalitäten zu klären: Mit dem Gebäudeeigentümer, der Stadt Rinteln, wurde ein Dachnutzungsvertrag, zunächst auf 20 Jahre, abgesprochen, der keinerlei Pachtzahlung vorsieht. "Wir sind hier in der glücklichen Lage, dass uns die Stadt und die Schulleitung unterstützen", erklärte Ulrich Böker der Versammlung. Dafür will man sich mit einer Visualisierungstafel revanchieren, die die Leistung der Anlage anzeigt und in den Unterricht eingebunden werden kann. Die Stadtwerke bezuschussen die Anlage im Rahmen der Förderung regenerativer Energien mit 1500 Euro. Die Bürger beteiligen sich mit Summen ab 2 500 Euro. Mit den bereits zugesagten Investitionsgeldern kommt so die Summe von 14 6 500 Euro für die Anschaffung und Montage einer Anlage mit 29,9 Kilowatt Spitzenleistung (kWp) zusammen. "Wir schaffen nur an, was bezahlt ist", so Böker. Die Solaranlage gewinnt sowohl bei klarem als auch bei trübem Wetter ohne eigenen Energieverbrauch oder Schadstofffreisetzung Gleichstrom aus Sonnenenergie, ein so genannter Wechselrichter passt diesen an den Wechselstrom im Stromnetz an. Jede eingespeiste Kilowattstunde wird von den Stadtwerken mit 51,56 Cent vergütet. Die erzielten Gewinne werden je nach Einlage an die Gesellschafter ausgezahlt, die hierfür keine Einkommensteuer zu entrichten haben. Zwei Unternehmensformen standen der Solargemeinschaft zur Auswahl: Die Gesellschaft bürgerlichen Rechts und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Wie bei den vorhergegangenen Projekten, zwei Anlagen auf dem Dach der Grundschule Nord an der Breiten Straße (GbR 1 und 2), hat man sich für die GbR entschieden. Sie bietet zwei Vorteile: Zum einen entstehen keine Kosten durch eine Eintragungspflicht, zum anderen ist keine Mindesteinlage erforderlich. Böker: "Wir packen das Geld lieber auf das Dach als auf die Seite!" Allerdings haftet in einer GbR jeder Gesellschafter in voller Höhe für alle anderen. Hier bemüht man sich um Risikominimierung: Indem nur gekauft wird, was im Voraus finanziert wurde, wird die Haftung des Einzelnen auf die eigene Einlage beschränkt. Die Risiken aus dem Betrieb der Anlage werden durch eine Betreiberhaftpflichtversicherung, Beschädigungen an der Anlage werden durch einen Zusatz in der Gebäudeversicherung abgedeckt. Andreas Held ist bereits ein alter Hase in Sachen "grüne" Investition, er ist bei der GbR 2 beteiligt, hat außerdem in Windkraft investiert und ist auch bei dieser Gesellschaft mit von der Partie. "In erster Linie ist es der Umweltschutzgedanke, zweitens die Frage, wie man das Geld, das man hat, ökologisch sinnvoll anlegen kann. Die Energie, die ich verbrauche, will ich durch den Einsatz meines Kapitals abdecken." Dies habe sich bereits mehr als rentiert, erklärt der Auetaler. Eine Anlage auf dem eigenen Dach sei jedoch wegen Beschattung durch das Nachbargebäude nicht möglich gewesen. Neue Interessenten werden auf demÖkomarkt gesucht und gefunden, auch im September wird die Solargemeinschaft wieder vertreten sein. Informationen rund um Solaranlagen und die Solargemeinschaft erteilen Werner Dubiel (918677), Ulrich Böker (7396) und Uwe Perrey (918610).

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