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Was in Europa zu Weihnachten aufgetischt wird / Von Fisch bis Fleisch bietet der Wochenmarkt alles

Das Festessen ist nicht nur Geschmackssache

Hameln (kar). Die Gans zum Fest? Oder doch lieber den Karpfen? Was Weihnachten auf den Tisch kommt, ist nicht allein Geschmackssache, sondern oft auch Tradition. In Deutschland sind Gans oder Ente seit jeher zum Fest gefragt, während in England der gefüllte Truthahn oder die Pute auf den Tisch kommen. In Schweden genießt man den beliebten Weihnachtsschinken, in Norwegen Rentier, Kabeljau, Lachs, Schweine- und Lammrippen, und in Dänemark ist alles von der Gans über Ente und Pute bis hin zum Schweinebraten mit Rotkohl beliebt.

veröffentlicht am 16.12.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 17.12.2009 um 12:44 Uhr

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Hameln (kar). Die Gans zum Fest? Oder doch lieber den Karpfen? Was Weihnachten auf den Tisch kommt, ist nicht allein Geschmackssache, sondern oft auch Tradition. In Deutschland sind Gans oder Ente seit jeher zum Fest gefragt, während in England der gefüllte Truthahn oder die Pute auf den Tisch kommen. In Schweden genießt man den beliebten Weihnachtsschinken, in Norwegen Rentier, Kabeljau, Lachs, Schweine- und Lammrippen, und in Dänemark ist alles von der Gans über Ente und Pute bis hin zum Schweinebraten mit Rotkohl beliebt. In Frankreich wird mit Austern, Schnecken, Gänsebraten, Truthahn mit Kastanienfüllung und Käseplatten geschlemmt. In Italien werden zum Fest gern Huhn mit Reis oder Entenleberpaté aufgetischt. Und in Polen bevorzugt man – wie in vielen anderen osteuropäischen Ländern – ganz traditionell den Karpfen.

Doch egal, ob man das Fest traditionell oder einmal ganz anders feiern will – der Wochenmarkt bietet für jeden Geschmack etwas, hat in den Tagen vor Weihnachten von Rind und Schwein über Geflügel, Wild und Lamm bis hin zum Fisch wirklich alles zu bieten. Auch Pferdefleisch ist dabei. Und erfreut sich aller emotionaler Vorbehalte zum Trotz offenbar wachsender Beliebtheit. „Dieses Jahr wird mehr Pferd nachgefragt als Wild“, hat Peter Schmelter von der gleichnamigen Lamm-, Wild- und Ross-Schlachterei aus Greven-Reckenfeld festgestellt. Er ist mit seinem Stand zwar immer nur mittwochs auf dem Wochenmarkt vertreten, bietet dafür aber neben Pferdefleisch auch „alles, was der deutsche Wald hergibt“, sagt Schmelter. Von Reh, Hirsch und Wildschwein über Hase und Fasan bis hin zu Tauben und Wildenten bekommt man hier alles aus der freien Natur und alles aus eigener Schlachtung. Dass Pferdefleisch gut geht, erklärt sich Schmelter damit, dass es nur wenige Ross-Schlachter gibt. Und: „Das Fleisch ist günstiger als Lamm.“ 100 g Pferdesteak kosten bei ihm 1,60 Euro: „Das Preisniveau ist etwa so wie beim Rind.“ Fürs Fest vorbestellen muss man bei ihm nicht: „Ich habe Mittwoch alles da“, so Schmelter.

Das gilt auch für Norbert Meyers Karpfen. Vorbestellungen nimmt er nur für den 24. Dezember für sein Geschäft entgegen. „Aber ich habe am Mittwoch alles reichlich da und auch jede Menge lebende Karpfen im Becken“, sagt Meyer. Lebend kostet 1 kg bei ihm 5,50 Euro. Nebenan bei Fisch-Otto aus Rehburg-Loccum gibt’s den Karpfen in verschiedenen Größen fix und fertig ausgenommen für 8,90 Euro pro Kilo. Dort muss er allerdings am Samstag vorbestellt werden. Allen, die Karpfen noch nie gegessen haben, diesen Fisch aber gern einmal probieren würden, empfiehlt Norbert Meyer: „Karpfen-Filet als tolle Einstiegsdroge.“ Karpfen habe keinen typischen Fischgeschmack, und es gebe für ihn so viele leckere Rezepte wie sonst für keinen anderen Fisch.

Natürlich bekommt man auf dem Wochenmarkt auch die in Deutschland so beliebte Gans oder Ente zum Fest. Fast überall aber muss man spätestens am Samstag vorbestellen: „Wir schlachten nach Bestellung“, heißt es bei Ferdinand Ewers. Auch beim Hof Strüver ist das so: Hier gibt’s allerdings nur noch Enten. Zusätzlich wird Wildschwein angeboten. Bei Geflügel-Hanf aus Hille bei Minden bekommt man neben Gans, Ente und Pute auch Hirsch und Reh zum Fest. Für ein Kilo Rehrücken zahlt man hier 19,80 Euro. Im Trend liege Wild zu Weihnachten aber nicht mehr: „Es wird wieder mehr Gans gekauft“, heißt es bei Hanf: „Und Pute, die ist vor allem bei den Engländern beliebt.“

Wer nicht auf Rind verzichten möchte, hat bei allen Fleischern eine reiche Auswahl. Etwas Besonderes ist das Galloway-Rind, dessen Fleisch die Bio-Fleischerei Matzeik in allen Variationen vorhält. Für 1 kg Galloway-Bio-Schmorbraten bezahlt man 18 Euro.

Und Vegetarier sollten einmal Riesenchampignons probieren, gefüllt mit einer Mischung aus gehacktem Spinat, gewürfelten Tomaten und gewürfeltem Butterkäse. Das ist lecker, kalorienarm und lässt sich schnell zubereiten.

Hat „alles, was der deutsche Wald hergibt“: Peter Schmelter von der Lamm-, Wild- und Ross-Schlachterei.

Weihnachten ohne Karpfen zum Fest ist nicht nur in vielen osteuropäischen Ländern nicht vorstellbar: Auch bei uns hat der Fisch, den man auf so viele Arten zubereiten kann wie kaum einen anderen, in vielen Familien Tradition.

Fotos: Dana



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