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Diskussionsveranstaltung mit SPD-MdB Martin Gerster / KSB-Chef: Verwaltung vereinfachen

"Das Ehrenamt muss gestärkt werden"

Bückeburg (bus). Dass das ehrenamtliche Engagement im Allgemeinen und im Sport im Besonderen gestärkt und gefördert werden muss, hat während einer von der SPD-Bundestagsfraktion im kleinen Saal des Bückeburger Rathauses organisierten Diskussionsveranstaltung außer Frage gestanden. Hauptreferent Martin Gerster stellte mehrere von der Fraktion im Rahmen des Programms "Hilfen für Helfer" auf den Weg gebrachte Verbesserungen vor. Der Sozialdemokrat stieß indes nicht auf ungeteilte Zustimmung. "Die Politik ist auf halbem Weg stehen geblieben", meinte etwa Peter Schlehufer vom Tennisclub Obernkirchen.

veröffentlicht am 18.12.2007 um 00:00 Uhr

Auf dem Podium der Diskussionsveranstaltung sitzen Sebastian Eda

Gerster stellte in erster Linie finanzielle Veränderungen heraus - Anhebung des Steuerfreibetrags für Übungsleiter von 1848 auf 2100 Euro pro Jahr, Erhöhung des Steuerfreibetrags für Vereinsumsätze auf jährlich 35 000 Euro, steuerfreie Aufwandpauschale bis zu einer Höhe von 500 Euro pro Jahr, Vereinfachungen im Spendenwesen. Alles in allem habe Bundesfinanzminister Peer Steinbrück auf 490 Millionen Euro Einnahmen verzichtet, unterstrich der Referent. "Das macht im Haushalt einen dicken Batzen aus." Schlehufer hielt dem Mitglied im Sportausschuss des Bundestages entgegen, dass die Politiker dennoch "zu kurz gesprungen" seien. "Die Beträge sind minimal, geradezu lächerlich", gab der TCO-Vertreter zu Protokoll. Unstrittig waren Gersters Ausführungen zu den Themenbereichen Doping und Sportwetten. Doping stelle gleich in fünffacher Hinsicht Betrug dar - am eigenen Körper, am Mitbewerber, am Veranstalter, am Steuerzahler und am Zuschauer. Gerster: "Diese Betrüger müssen überführt und aus dem Verkehr gezogen werden." Hinsichtlich des Sportwettgeschäfts plädierte der Sozialdemokrat für eine staatliche Regulierung des Marktes. Und: "Der Sport muss weiterhin vom Wettgeschäft profitieren." In der von SPD-MdL Heiner Bartling moderierten Diskussion wurde deutlich, dass die Verantwortlichen vor Ort mitunter andere Sorgen drücken. Die Materie Aufwandsentschädigung beschäftige im Landkreis nur wenige Großvereine, erläuterte Dieter Fischer. Hilfreich wäre es, die Verwaltung zu vereinfachen, betonte der Vorsitzende des Schaumburger Kreissportbundes. Andere Stimmen sprachen sich für ein schlichteres Vereinsrecht aus. Zudem kam mehrfach zur Sprache, dass vielen heimischen Vereinen Gebührenordnung und Einzugsmentalität der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (GEMA) ein Gräuel sind. MdB Sebastian Edathy ging das Thema "Ehrenamt" mit einem Zitat des Kabarettisten Joachim Ringelnatz an: "Willst Du froh und glücklich leben, laß kein Ehrenamt dir geben! Willst du nicht zu früh ins Grab, lehne jedes Amt gleich ab!..."

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