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Fest und Jubiläumskonzert zum 40. Geburtstag der Josua-Stegmann-Kapelle

"Das Dorf will seine Kirche!"

Todenmann (cok). Vor 40 Jahren erst wurde die Josua-Stegmann-Kapelle in Todenmann gebaut. Was aber ihre behütende Ausstrahlung betrifft, so kann sie es mit jeder uralten Dorfkirche aufnehmen: Dicke Steinwände runden sich um einen gerade richtig großen, lichten Innenraum, ein Ort, der zugleich würdig und anheimelnd ist. Am morgigen Sonntag wird hier Geburtstag gefeiert.

veröffentlicht am 28.10.2006 um 00:00 Uhr

Heide-Lore Miesener ist Vorsitzende des Kapellenvorstandes, Supe

"Das Dorf will seine Kirche!" sagt Heide-Lore Miesener, 1. Vorsitzende des Kapellenvorstandes, die Stolz ist darauf, wie viel regelmäßig für den Ausbau und Erhalt der Kapelle durch den gemeinnützigen Förderkreis getan wird. Bereits der spitze, etwas abseits stehende Glockenturm wurde damals rein aus Spenden erbaut und kürzlich konnte die kleine, feine Orgel restauriert werden, die einen so schönen Klang hat, dass sogar Kreiskantor Wolfgang Westphal immer mal wieder "liebend gerne" darauf spielen mag. Zu Beginn der 60-er Jahre, als im Pfarrbezirk Rinteln eine dritte Pfarrstelle mit dem Schwerpunkt Todenmann eingerichtet wurde, fanden die 14-tägigen Gottesdienste noch in der alten Schule statt, in deren Schulgarten dann der Grundstein für die Kapelle gelegt wurde. Zunächst zwar guckten so manche Gemeindemitglieder noch etwas skeptisch auf den entstehenden modernen Bau und seine eigenwillige Sechseckform, aber zum Eröffnungsgottesdienst am 30. Oktober 1966 konnte Architekt Werner Bunge aus Hessisch-Oldendorf von allen Seiten herzliche Glückwünsche für seinen souveränen Entwurf entgegennehmen. Die Kapelle ist gleichzeitig auch das Gemeindehaus in Todenmann, dessen Gemeindesaal unterhalb des Kirchensaales liegt und zum Glück gar nichts von einem Keller an sich hat. Da die Kirche am Hang gebaut ist, verfügt der Raum über eine breite Terrassenfront und fördert mit seiner hellen, freundlichen Atmosphäre die gemeindewichtigen Gespräche. "Hier ist es überall richtig gemütlich", das sagen auch die Konfirmanden. "Fast so, wie in einer richtigen Wohnung." Pastor Wolfgang Reuter war der erste Todenmanner Seelsorger (er wird am morgigen Festtag ein Ehrengast sein), dann traten Elvira Finkeldey, Rüdiger Röhricht, Jobst Kleinichen, Hans-Joachim Lange und Karin Gerhardt-Lorenz in seine Fußstapfen. Im Jahr 1999 wurde die halbe Pfarrstelle für dauerhaft vakant erklärt und durch Pastorin Susanne Sanders von der Johannis-Gemeinde Rinteln betreut. Ab November 2006 nun wird Pastor Helmut Syskaaus Krankenhagen der seelsorgerische Ansprechpartner sein. Alle drei Wochen und an den großen Festtagen findet ein Gottesdienst in der Kapelle statt. Unter dem Motto "So schön kann Kirche sein!" wird am Sonntag richtig Geburtstag gefeiert. Die Predigt im Familiengottesdienst (10 Uhr) mit anschließendem Sektempfang hält Superintendent Andreas Kühne-Glaser, der versprochen hat, besonders auch auf die kleinen Gottesdienstbesucher einzugehen. Die können außerdem nach dem gemeinsamen Mittagessen (12 Uhr) ihren Spaß im Kinderprogramm haben und sind natürlich ebenfalls herzlich eingeladen, sich um 14.30 Uhr die Sketche der Johannis-Theater-AG anzusehen. Um 13.30 Uhr singt der Männergesangsverein Germania aus Volksen-Friedrichshöhe, um 15 Uhr ist Kaffeetrinken und gleich danach gibt es noch einmal Musik mit dem Johannis-Kirchenchor. Etwas ganz besonderes, ein "echtes Jubiläumskonzert" unter der Leitung von Kreiskantor Westphal, beginnt um 17 Uhr mit dem Jugendchor der Evangelischen Singschule, der Violinistin Caroline Müller und Julian Heider an der Orgel und Caroline Müller. Werke von Vivaldi, Pachelbel und Dietrich Buxtehude werden gespielt und dazu selbstverständlich das wunderschöne Lied "Ach bleib mit Deiner Gnade" vom Namensgeber der Kapelle Josua Stegmann.

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