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Das Ding aus der Funkbude

Gelldorf (who). Von so einem Fundstück träumen echte Jungs. Jedenfalls war’s früher so, als Horst Fricke 13 oder 14 Jahre alt war. Der Gelldorfer hat es 1947 oder 1948 entdeckt unter den Hinterlassenschaften einer Funkstation der „Royal Air Force“, die nach dem Zweiten Weltkrieg für geraume Zeit in seinem Heimatdorf stationiert war.

veröffentlicht am 11.02.2011 um 10:42 Uhr
aktualisiert am 11.02.2011 um 12:14 Uhr

Niemand mehr hat den Kasten gebraucht, und so ist er einfach liegen gelassen worden, nachdem die mobile Funkstation der Engländer an einen anderen Standort umgezogen war, erzählt Fricke. Deshalb hat er ihn mit nach Hause genommen und ihn bis heute aufbewahrt. Seiner Bestimmung entsprechend eingesetzt habe er ihn aber nie, sagt Fricke. Immerhin weckt er mit diesem Fundstück sicherlich auch bei anderen älteren Gelldorfern und besonders bei Achumern Erinnerungen an die Nachkriegszeit. „Die Funkstation wurde damals in Verbindung mit dem Neubau des Flugplatzes Achum von der Royal Air Force in unmittelbarer Nähe meines Wohnhauses errichtet.“ Von dort aus sei zunächst die drahtlose Kommunikation der britischen Streitkräfte über Morse- und Sprechfunk abgewickelt worden. Zum Flugbetrieb gehörten zeitweise auch Düsenflugzeuge und zur Zeit der Berlin-Blockade durch die Sowjets vor allem auch die Transporte über die Luftbrücke von 1948 bis 1949. Fricke erzählt, wie seine Altersgenossen auch habe er den Soldaten in der Funkbude oft interessiert bei der Arbeit zugeschaut. Ob er dabei auch sein späteres Fundstück gesehen hat, weiß er nicht mehr. „Aber nach Aufgabe der Station fand ich dieses Objekt, das wahrscheinlich in der Funk-Morsetechnik eingesetzt wurde. Es ist ein solide gefertigtes mechanisches Bauteil, installiert in einem aufwändig gefertigten Holzkasten aus Mahagoni-Holz mit einem Glas-Sichtfenster. Ich habe es all’ die Jahre gut gehegt und finde es zu schade, es wegzuwerfen.“

Aber weggeben in fürsorgliche Hände, zum Beispiel an einen Sammler historischer Funktechnik würde er es schon, verrät er und kann sich vorstellen, auf diesem direkten Wege vielleicht noch mehr über das Gerät zu erfahren.



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