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Schulgutachten steht auf der Internetseite des Landkreises Holzminden – und birgt viel Zündstoff

„Das Campe ist zu klein geplant!“

Kreis Holzminden. Das ist Dynamit pur: Eine Woche vor der Schul- und Bauausschusssitzung hat der Landkreis Holzminden das komplette Schulgutachten auf seiner Internetseite veröffentlicht. Gutachter Wolf Krämer-Mandeau, der auch in der Vergangenheit kein Blatt vor den Mund genommen hat, nimmt darin ganz klar Stellung. Gegen einen Neubau des Campe-Gymnasiums und für einen Umzug ins Schulzentrum Liebigstraße, deren Blauen Würfel er zum „Campus“ umgetauft hat. Und er begründet diese Empfehlung auch: „Der Campe-Neubau ist zu klein geplant, die Campuslösung in der Liebigstraße aber bietet Raum genug.“

veröffentlicht am 31.10.2013 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 27.10.2016 um 16:21 Uhr

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Autor:

Birgit Schneider
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Schon jetzt, so Krämer-Mandeau, bewege sich das Campe-Gymnasium an der Grenze zur Fünfzügigkeit. Würden nicht 190 Gymnasiasten pro Jahrgang täglich in den Bussen und Bahnen nach außerhalb pendeln, würde also das wiedererstarkte Gymnasium, das vor sieben Jahren ja auch fast 200 Anmeldungen hatte, 160 Schüler und mehr und damit fünf Klassen pro Jahrgang zählen. Aber diese Prognose sei bei der Neubauplanung ebenso ausgeklammert worden wie die Diskussion um die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren. Und auch die Ganztagsbeschulung sieht der Gutachter nicht ausreichend berücksichtigt. Aus seiner „neutralen, die kommenden möglichen Entwicklungen vorurteilslos beschreibenden schulentwicklungsplanerischen Sicht“ gibt es da nur zwei Alternativen: Entweder passt der Landkreis das Bauvolumen des Campe-Gymnasiums an („sehr erheblich“) oder er bringt das Campe-Gymnasium im „Schulcampus“ Liebigstraße unter. Dort, rechnet der Schulplaner vor, gäbe es genug Platz. Die zur Oberschule fusionierte Haupt- und Realschule Holzminden – eine Gesamtschule würde das Campe-Gymnasium schwächen, betont Krämer-Mandeau – hätte (mit und ohne fusionierter Oberschule Bevern) Platz in den Räumen, die jetzt die Anne-Frank-Schule nutzt. Die Förderschule aber läuft 2018 aus, dann greift die Inklusion (also die Integration der Schüler mit Förderbedarf in die Regelschulen) komplett. Im „Blauen Würfel“ – oder aber eben im Campus – stände mehr Raum zur Verfügung, als in der Wilhelmstraße neu gebaut (und saniert) würde. Mehr und größere Klassenräume, rechnet Krämer-Mandeau vor, die (weil die Brandschutzsanierung des Blauen Würfels bislang ja gestoppt ist) vom Gymnasium nach eigenen Vorstellungen saniert werden könnten. Dazu eine fertig sanierte Aula, eine mit der Oberschule gemeinsam zu nutzende, große Mensa und ein gemeinsam zu nutzendes, großes Selbstlernzentrum. Das Urteil des Gutachters: Aus Sicht der Politik wäre – blickt man auf die Auflösung der Förderschule und die Entwicklung der in der Liebigstraße beheimateten Haupt- und Realschule – die millionenschwere Sanierung des „Blauen Würfels“ mit seinen extrem großen Klassen- und Fachraumflächen sinnlos gewesen. Und die Neubaukosten für das Campe-Gymnasium würden diesen Verlust von Kapital in der Liebigstraße ein zweites Mal wenig sinnvoll erscheinen lassen.



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