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Der Energie-All-Tag zeigt praktische Beispiele aus 20 Jahren Leben mit erneuerbarer Energie

Das Öl der Dörper sind die Sonnenstrahlen

Dörpe (ist). „Unser Scheich sitzt nicht in Dubai – bei uns bleiben die Euros in der Region“, ruft Diplomingenieur Heinz Schmitz beim Dörper Energie-All-Tag in Stannehls Scheune. Ihr Öl sei die Sonnenstrahlung, und die sei noch für ungefähr fünf Milliarden Jahre garantiert, nicht für 150 Jahre wie Öl und Gas, deren Preisgestaltung zudem zu 70 Prozent Spekulation sei. Die Wassererwärmung im Haushalt über die Sonne, auch für Wasch- und Spülmaschine, sei umsonst.

veröffentlicht am 13.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Umweltschutz – nur wenn er sich in Euro rechnet? „Irgendwo spielen die Finanzen, wenn es um Kosten von rund 20000 Euro geht, doch schon eine Rolle“, sagt Hanno Rau (57) aus Elze. In seiner persönlichen Werteskala rangiert die Verantwortung für den Umweltschutz bei diesem Investitionsvolumen auf Platz 1,5. Rau schätzt am Energie-All-Tag die komprimierte Informations- und Gesprächsmöglichkeit. „Schließlich will ich im kommenden Jahr, wenn es um Investitionen in dieser Größenordnung geht, nicht mit Halbwissen dem Handwerker ausgeliefert sein.“

Unangefochten an oberster Stelle steht der Umweltschutz bei Ingrid (59) und Werner (62) Brünig. Die Hauseigentümer aus Hameln sind als Interessenten an Solarthermie in Dörpe. Auch bei der Hamelner Soltec sind sie gewesen. „Durchaus eine gute Sache“, sagt Brünig. Aber isolierte Ausstellungsstücke und bunte Grafiken unter dem Messedach könnten vieles bei mangelndem Realitätsbezug „schön machen“. Das Dörper Konzept mit Blick auf Dach und in Keller tagtäglich genutzter Solarenergie in Wohnzimmer, Bad und Küche sei wesentlich intensiver und konkreter. Dass seine zwei Jahre alte Gasheizungsanlage auf Brennwerttechnik als perfekte Grundlage in Kombination mit Solarmodulen nicht nur, wie zunächst angedacht, zur Brauchwassererwärmung, sondern auch zur Heizungsunterstützung genutzt werden könne, habe er erst hier und heute bei einer Führung durch den Ort in verständlicher Form erfahren.

Den Besuchern des 2. Dörper-Energie-All-Tages wurden an diesem Nachmittag bei Führungen mehrere Photovoltaik- und solarthermische Anlagen, Pelletkessel sowie ein Nahwärmekonzept mit einem Gas-Blockheizkraftwerk im tagtäglichen Betrieb vorgestellt – ein Rundgang durch 20 Jahre Leben mit erneuerbarer Energie, vom Nullenergiehaus aus den 1980er Jahren, bis zu den gerade erst gegossenen Fundamenten eines Nullenergiehauses.

Die Mischung aus Fachvorträgen, Praxis und individueller Beratung durch Firmen sei besonders gut angekommen, sagt Heribert Fabry, der Organisator des Dörper Energie-All-Tags. Man habe zeigen wollen, was im Alltag möglich sei, und dies eben nicht im Messestil. „17 Prozent Photovoltaikstrom in Dörpe im Vergleich zu 1 Prozent bundesweit, 100 Quadratmeter Kollektorfläche bei hundert Haushalten, über 80 000 Watt Solarstrom durch Photovoltaikanlagen bei 400 Einwohnern“, das spreche für sich und könne sich sehen lassen, betont Fabry. Das Versprechen durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern öffentlicher Gebäude Beiträge zum Klimaschutz zu leisten, gab Bürgermeister Peschka.



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