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Viel Platz für Lehrer: Beim Schulzentrum Nord ließe sich nicht nur an Unterrichtsräumen sparen

Darf’s ein bisschen weniger sein?

Hameln. Auch wenn die Kosten für das neue Schulzentrum Nord explodierten – eine Diskussion über die künftige Raumausstattung von Integrierter Gesamtschule und Albert-Einstein-Gymnasium war bislang tabu. Nun hat Oberbürgermeister Claudio Griese (CDU) die Debatte eröffnet: Ein weiteres millionenschweres Draufsatteln bei den Baukosten – auf „weit über 25 Millionen Euro“ – drohe, warnte der Rathauschef und setzte Fragezeichen: Unterrichtsräume möchte er nun einsparen, die Mensa verkleinern. Gegen jeden seiner Vorschläge wurden in den vergangenen Tagen bereits Bedenken formuliert – aus den Ratsfraktionen wie auch vonseiten der Schulleiter. Dabei steckt in der Raumliste des Schulzentrums noch mehr Diskussionsstoff.

veröffentlicht am 22.05.2015 um 21:00 Uhr
aktualisiert am 31.10.2016 um 13:02 Uhr

Frank Henke

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Kursräume: Darüber wird nun gesprochen. Griese schlägt eine gemeinsame fünfzügige Oberstufe für IGS und AEG vor. Angesichts des hohen Aufwandes, der geplant ist, um die beiden Schulformen architektonisch „zusammenwachsen“ zu lassen, wie es immer wieder heißt, erscheint es naheliegend, dass Gymnasiasten und Gesamtschüler in der Oberstufe gemeinsam die Kursräume nutzen. Vorgesehen war das jedoch bisher nicht. Eine Reduzierung der Sekundarstufe 1 – von acht auf sieben Züge – soll zumindest geprüft werden.

Die – etwa im Vergleich zu bestehenden Gymnasien – großzügige Ausstattung des Schulzentrums mit Unterrichtsräumen erklärt sich durch ein zentrales Element im pädagogischen Konzept der IGS: dem gemeinsamen Unterricht in Klassenverband und Jahrgängen. Vom „Familienprinzip“ spricht die Hamelner IGS-Leiterin Gudrun Kuppe – nach Möglichkeit bedeutet dies einen abgeschlossenen Bereich für jeden Jahrgang.

Hinzu kommen geplante Räume etwa für das Theaterspiel oder Film- und Medienräume. Ob eine Schule im Zeitalter der Digitalfotografie jedoch ein 32 Quadratmeter großes Fotolabor benötigt, lässt sich infrage stellen.

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Mensa: Der geplante Mensaneubau soll schrumpfen, schlägt der OB vor. Durch eine Essensausgabe im Mehrschichtbetrieb ließe sich die Größe deutlich reduzieren, hofft die Verwaltung. Noch ist eine Mensa mit Küche in einer Größe von 800 Quadratmetern geplant. Die bestehende erst vor sechs Jahren eingeweihte AEG- Mensa ist etwa 440 Quadratmeter groß. Eine Erweiterung statt eines Neubaus gerät nun wieder in den Blick. Dies könnte sich auch die IGS-Leiterin grundsätzlich vorstellen, „aber ich bin kein Architekt“.

Funktionsräume: Die Ausstattung des geplanten Schulzentrums mit Verwaltungs-, Lehrer- und ähnlichen Funktionsräumen fällt – verglichen etwa mit den Hamelner Gymnasien – opulent aus. Ein Grund liefert das erwähnte Jahrgangsprinzip: Die Lehrer sollen als Kontaktpersonen nah bei den Schülern sein. So finden sich zwei Jahrgangslehrerzimmer – jeweils 60 bis 65 Quadratmeter groß – und auch ein Oberstufenlehrerzimmer (80 Quadratmeter) auf der Raumliste.

Zusätzlich allerdings sind ein „Lehrerzimmer mit Bücherei“ (150) sowie „Poststelle/Lehrertreff“ (125 Quadratmeter) vorgesehen. Macht in der Summe: 475 Quadratmeter für Lehrerzimmer und Co. Zum Vergleich: Die (immerhin) zwei Lehrerzimmer des Viktoria-Luise-Gymnasiums im Hauptgebäude und in der Außenstelle Hermannstraße sind zusammen 184 Quadratmeter groß.

Doch damit ist die Liste des Schulzentrums noch nicht erschöpft: Vorgesehen sind auch zwei Konferenzräume für jeweils 20 Personen (je 30 Quadratmeter), aber auch ein ähnlich großes Zimmer zur Streitschlichtung (36 Quadratmeter). Ebenso zwei Räume für Sozialpädagogen wie auch zwei für Pädagogische Mitarbeiter. In welcher Anzahl und mit welcher Zahl an Arbeitsstunden diese Mitarbeiter letztlich bewilligt werden, ist offen. Eine Doppelnutzung der Räume durch Sozialpädogogen und Pädagogische Mitarbeiter schiene zumindest denkbar.

Gesamtschulleiterin Gudrun Kruppe sieht im Bereich Funktionsräume allerdings kein Einsparpotenzial. „Wir haben jetzt schon kaum Sozialräume“, sagt sie. Es fehle beispielsweise an Ruheräumen für Mitarbeiter – oder auch ein Rückzugsort für stillende Mütter.



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