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Liedermacher gibt im Gemeindehaus Meinsen gleich zwei Konzerte

"Dann schenk ihr einen Popel" - Kinder lieben Schönes schräge Poesie

Meinsen (mig). Wer die "Spielkreis-Charts" kennt, weiß, dass das lustig-eklige "Popel-Lied" in der Gunst der Kleinen ganz oben steht. Jetzt war Gerhard Schöne, der Schöpfer des "schlimmen" Schlagers in Meinsen zu Gast.

veröffentlicht am 31.01.2007 um 00:00 Uhr

Gerhard Schöne mit seinen treuesten Fans - den Kindern. Foto: mi

Es ist schon paradox: Im Osten ist der erfolgreiche Liedermacher und Nationalpreisträger ein Star, in den alten Bundesländern ist er "nur" bei Kindern richtig populär. Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, buchte Pastor Ulrich Hinz den Musiker gleich für zwei Konzerte: Nachmittags kamen die Kids dran, abends die Erwachsenen. Schon um 15.30 Uhr drängelten sich deshalb die ersten Fans vor der Tür des Gemeindehauses - die kleinen Meinsener wollten einen Platz in der ersten Reihe. Besonders aufgeregt war der siebenjährige Nico: "Ich habe sogar eine Kassette von ihm", meinte der Knirps ganz stolz. Nachdem das Konzert um 16 Uhr endlich begonnen hatte, hielt es die Kinder nicht mehr lange auf ihren Stühlen. Der gebürtige Dresdener unternahm mit seinen kleinen Gästen eine turbulente Weltreise in Kinderliedern, fragte nach Reimpaaren ("was reimt sich auf ?Fünf'? - Antwort der Kinder: ?Strümpf'") und verdrehte Wörter. Schöne später: "Ich habe immer schon viel Lust am Fabulieren und an Wortspielereien gehabt." Es blieb aber nicht bei Zungenbrechern und Ratespielchen - vor allem wurde gesungen, geklatscht und gestampft. Richtige Schunkel-Stimmung kam auf bei den bekannten Klassikern "Jule wäscht sich nie" und "DasAuto von Lucio hat ein Loch." "Lucio" kennen wir aus dem Schulbuch", riefen die Fünf-bis 14-jährigen, als Schöne die bekannten Lieder anstimmte. "Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich da mal drin stehe", freute sich der Musiker. Zum Abschluss des Konzertes brachte Schöne dann noch einmal das Lied vom "Popel." "Hast du mal eine Freundin, so sei immer nobel, wenn sie dir ein Küsschen gibt, dann schenk ihr einen Popel", sang das begeisterte Publikum. "Diese Zeile durfte ich vor 20 Jahren nicht singen, weil sie so eklig war", scherzte der Künstler. Im Rahmen des Konzertes am Abend stellte der Liedermacher auch seine neueren Alben vor (2005: "Die Lieder der Fotografen" und 2007: "Wo?"; beide erschienen im Label "Buschfunk").



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