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Hauptschul-Projekt: Sieben Kandidaten stellen sich den Fragen der Zehntklässler

Dann klappt's auch mit dem Kreuzchen - Schüler diskutieren mit Politikern

Rinteln (crs). "Politik kann manchmal ganz schön spannend sein!" Dieses Fazit ziehen Max, Franziska, Julia, Marcel, Bastian und Dennis nach einem Schulprojekt der besonderen Art. Zur Vorbereitung auf die Kommunalwahl am 10. September haben die Zehntklässler der Hauptschule am Ostertor gemeinsam mit ihren Mitschülern Gespräche mit sieben Rintelner Kommunalpolitikern geführt. Jetzt sind die jungen Erstwähler fit für das Kreuzchen auf dem Stimmzettel.

veröffentlicht am 22.07.2006 um 00:00 Uhr

Jeweils eine Dreiviertelstunde Zeit genommen hatten sich die Bürgermeister-Kandidaten Karl-Heinz Buchholz (SPD) und Dr. Marc Lemmermann (CDU), außerdem die erneut kandidierenden Ratsmitglieder Ursula Helmhold (Grüne), Karl Lange (FDP), Heinrich Sasse (WGS), Klaus Wißmann (SPD) und Sebastian Westphal (CDU). "Alle Kandidaten waren von der Idee begeistert", berichten Manfred Stoller und Barbara Schmidt als begleitende Lehrer. "Wir konnten gar nicht fassen, wie schnell wir die Zusagen für die sieben Termine in der Tasche hatten." Für die überwiegend 16-jährigen Schüler ist es der erste nähere Kontakt zu politischen Entscheidungsträgern gewesen. Wichtig war ihnen dabei, die eigene Sichtweise zu den aktuellen Themen der Kommunalpolitik zu vermitteln. "Wenn der Steinanger bebaut wird, hat das nur Nachteile für unsere Schule", führte zum Beispiel Bastian Harting an, "es kostet zu viel Zeit, zum Sportunterricht bis ans Gymnasium zu fahren." Wie schwierig Kommunalpolitik manchmal sein kann, hat Julia Weber am Beispiel Disco-Bus erfahren. "Das muss alles organisiert werden, und dann braucht man ja auch noch das Geld", kann sie nach den Diskussionsrunden die manchmal langwierigen Entscheidungsprozesse in der Politik besser verstehen. Auch um das Verkehrskonzept in Rintelns Altstadt oder bessere Zugverbindungen ging es in den Gesprächen. Das wichtigste Ergebnis jedoch: Die jungen Wähler fühlen sich ernst genommen - und nehmen umgekehrt die Politiker ernst. "Die waren eigentlich alle ganz nett", ist Franziska Beermann beeindruckt davon, dass die Politiker auf alle Fragen der Jugendlichen eingegangen sind. "Die Achtung ist auf jeden Fall gewachsen", hat Max Klimek festgestellt, dass er selber jetzt ein besseres Bild von den kommunalpolitischen Akteuren hat. Sein Mitschüler Marcel Herkströter pflichtet ihm bei: "Die Politiker opfern jede Menge Freizeit für die Allgemeinheit auf und bekommen kaum Geld dafür." Zu Beginn sei er schon mit einer gewissen Unlust an dieses Schulprojekt herangegangen, räumt Dennis Sauer ein. Eine Skepsis, die einer Begeisterung für Politik gewichen ist. "Uns hat's auf jeden Fall großen Spaß gemacht", sagt Dennis, und seine Mitschüler stimmen zu. Und eines hat der 17-Jährige ganz genau erkannt: "Eigentlich machen wir schon seit Jahren Politik - wir wählen doch auch unseren Klassensprecher..."

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