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Verborgene Talente: Kunstausstellung des Vereines „Die Brücke“ in der Hamelner Stadtgalerie

„Dann bin ich schon ein bisschen stolz“

Hameln (sto). Sie haben sich Zeit genommen, ihr „Ich“ und verborgene Fähigkeiten durch künstlerisches Gestalten zu entdecken. Ihre Arbeiten zeigen die kreativ Tätigen des Vereins für seelisch kranke Menschen, „Die Brücke“, in der Ausstellung „Eines Menschen Zeit“, die in der Stadtgalerie mit vielen Gästen und einer Riesengeburtstagstorte eröffnet wurde.

veröffentlicht am 15.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 22.10.2009 um 15:24 Uhr

Gisela Mewes (re.)

Herzlichen Glückwunsch zum 20-jährigen Bestehen:

Brigitte Mahlow kredenzt zur Ausstellungseröffnung eine Geburtstagstorte.

Die Ausstellung ist der Abschluss eines viermonatigen Kunstprojekts und ein Beitrag zum 20-jährigen Bestehen des Vereins. Unter professioneller Anleitung von Dorothee Ohlendorf, Silvia Wilke, Gisela Mewes und Meike Lambers haben seelisch kranke Menschen gemeinsam mit „Brücke-Externen“ kunstvolle Bilder, Selbstporträts, Schmuck- und Tonobjekte geschaffen. Die Ergebnisse stießen bei den vielen Besuchern der Vernissage auf großes Interesse. „Es sind Werke in vielfältiger Ausprägung, die Anerkennung verdienen“, betonte Landrat Rüdiger Butte. Die Arbeiten zeigen, dass in jedem Menschen künstlerische Anlagen stecken.

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  • Birgid Schäfer von der Brücke / Katrin Niebur / Irina Teichert überreicht mit Künstlerinnen. rot: Ohlendorf; grün: Wilke
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Diese künstlerischen Anlagen waren in den Workshops mit der Arbeit verschiedener Materialien wie Ton, Farben, Kupfer und Perlen „herausgekitzelt“ worden. Dorothee Ohlendorf hatte die Teilnehmer beispielsweise mit Ton vertraut gemacht. „Das plastische Gestalten mit diesem Material fördert die Kreativität und macht Unbewusstes bewusst“, erklärte die Bildhauerin aus Fischbeck. Die Ausstellung soll eine Wertschätzung ihrer Arbeit sein und das Selbstwertgefühl der seelisch kranken Menschen stärken. Soll Freude schenken und sie mit Stolz erfüllen. Das hatten sich die Organisatorinnen und die Künstlerinnen jedenfalls zu Beginn des Projekts vorgenommen. Konnten diese Ziele erreicht werden? Für mich war die Teilnahme eine wunderbare Erfahrung. Wenn ich meine Arbeit nun in der Vitrine sehe, bin ich schon ein bisschen stolz. Sie wirkt hier ganz anders“, sagte Heidemarie Kleinhempel beim Betrachten ihrer sich umarmenden Tonplastik, die sie unter das Motto „Schutz“ oder „Die Seele schützen“ gestellt hat.

„Es war ein tolles Projekt. Hätten wir Geld, könnten wir weitermachen“, betonte Birgid Schäfer, die mit Renate Sielaff und Michaela Peters das Kunstprojekt entwickelt hatte, und sich bei den Sponsoren des abgeschlossenen Projekts bedankte.

Mit dem Picasso-Zitat: „Wozu berichten, was wir getan haben, wenn jeder, der will, es sehen kann“, lud Gisela Mewes die Besucher zum Schauen ein. Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Oktober zu sehen. Am Freitag, 23. Oktober, findet in der Zeit von 14 bis 17 Uhr und am Samstag, 24. Oktober, in der Zeit von 11 bis 15 Uhr ein Workshop mit den Künstlerinnen statt. Interessierte sind herzlich eingeladen.



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